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Sockel LGA775 - Teil 1: Intel 915P, 925X und 945P - 1/22
01.10.2005 by doelf
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UPDATE 12.10.2005




Intels aktuelle Plattform, der Sockel LGA775, ist nicht neu. Dennoch hat es mehr als ein Jahr gedauert, bis wir uns mit dieser Plattform beschäftigen konnten. Das Interesse unserer Leser lag in den letzten Monaten ganz klar bei AMDs Sockel 939, dem hatten wir Rechnung zu tragen und ich denke, dies ist uns gelungen. Während eine Menge Anfragen nach Sockel 939 Reviews eintrafen und gelegentlich auch das eine oder andere Sockel 754 Mainboard vorgeschlagen wurde, kümmerte die Abwesenheit der LGA775 Platinen allem Anschein nach niemanden. Das bedeutet keinesfalls, daß diese Plattform uninteressant oder technisch unterlegen ist, sie hat aber noch mit Vorurteilen zu kämpfen, die heute nur noch wenig Bestand haben. Aufgrund personeller Engpässe war es uns leider nicht möglich, beiden Plattformen - AMD und Intel - die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken, doch das soll ich in Zukunft wieder ändern. In den nächsten Wochen wird daher der Sockel LGA775 unser Schwerpunkt sein.

Die aktuellen Prozessoren: Pentium 4 mit 800 MHz FSB
Zugegeben, AMDs Prozessoren brauchen im Schnitt weniger Strom. Doch seit den ersten LGA775 Pentium 4 Prozessoren der 500er Baureihe hat sich viel getan und das bezieht sich nicht nur auf die 600er Baureihe. Wir erinnern uns: Die 600er Baureihe brachte neben 2 Megabyte Level 2 Cache auch ein neues Energiemanagement namens EIST (Enhanced Intel SpeedStep Technology), welches AMDs Cool'n'Quiet ähnelt. Zudem erhielten diese CPUs die 64-Bit Erweiterung EM64T, welche, grob gesagt, bis auf zwei Befehle AMD64 entspricht, und diese beiden Befehle sollen im nächsten Stepping ergänzt werden. Die dritte Neuheit war das Execute Disable Bit (XD-Bit), welches das Ausführen von Schadprogrammen unterbinden soll - auch eine solche Technik kennen wir bereits von AMD.
Die 500er-Serie bekam zunächst ein "J" als Anhang, mit dem das Stepping E0 gekennzeichnet wurde. Diese CPUs bieten eine bessere Energieeffiziens durch den Enhanced HaltState, können aber kein EIST. Die wesentliche Neuerung war das Execute Disable Bit, welches erst die "J" Revision beherrscht. Ein zweites Update nahm das "J" wieder weg, erhöhte die Modellnummer jedoch um "1" (Beispiel: 560, 560J, 561). Die CPUs der 500er-Serie, welche auf "1" enden unterstützen neben dem Enhanced HaltState und dem Execute Disable Bit nun auch EM64T, sind also 64-Bit fähig. Somit bleibt lediglich EIST und das zweite Megabyte L2-Cache der 500er-Familie vorenthalten.
Neben der 500er- und 600er-Serie gibt es auch noch die Dual-Core Varianten der 800er-Baureihe. Diese beherrschen EM64T, das XD-Bit sowie EIST, naja, zumindest fast alle. Die preiswerteste Pentium D CPU, der Pentium D 820 mit 2,80 GHz Taktrate, muß nämlich auf EIST verzichten und hat, wie zu vernehmen ist, daher auch Probleme mit einigen Mainboards, besonders mit denen, die auf einem NVIDIA nForce 4 SLI Intel Edition Chipsatz basieren. Alle Dual-Core CPUs der Pentium D Familie verzichten allerdings auf HyperThreading, da der physikalische Zweitkern den logischen Zweitprozessor sozusagen ersetzt.
Verwirrt? Das macht nichts, es geht nämlich noch weiter!
Mit dem Extreme Edition setzt Intel der jeweiligen Prozessorgeneration die Krone auf, kommt eine neue CPU-Generation, so kommt auch eine neue Extreme Edition und der Vorgänger geht in den Ruhestand. Derzeit trägt der Pentium 4 840 Extrem Edition die Krone, und obwohl er namenstechnisch kein "D" trägt, ist er ein Dual-Core Prozessor, und obwohl er ein Dual-Core Prozessor ist, beherrscht er HyperThreading, womit demnach 4 logische CPUs vorhanden sind. EIST hingegen ist für den Pentium 4 840 Extrem Edition ein Fremdwort, auf die Stromspartechnologie hat Intel beim Vorzeige-Boliden unverständlicherweise verzichtet. Mit dem dahinscheiden seines Vorgängers ist übrigens auch der 1066 MHz Frontsidebus bei Intel - zumindest vorerst - kein Thema mehr. In der aktuellen Produktliste findet sich keine CPU, welche diesen FSB beherrscht, obwohl die Chipsätze 925XE, 945P/G und 955X damit werben!

Die aktuellen Prozessoren: Celeron mit 533 MHz FSB
Während auf AMDs Premium-Plattform, dem Sockel 939, der Low-Cost Prozessor Sempron noch außen vor bleibt, obwohl es bereits seit Monaten BIOS Versionen mit Unterstützung für Sockel 939 Semprons gibt, ermöglicht Intel der Low-Cost CPU Celeron eine LGA775 Existenz. Intel trennt die Spreu nicht via Sockel vom Weizen, sondern durch den Chipsatz. Der Celeron darf nur mit 533 MHz Frontsidebus arbeiten, die Premium-Chipsätze 925X, 925XE und 955X unterstützen jedoch nur 800 bzw. 1066 MHz FSB. Somit bleibt der Celeron auf den Luxusmainboards außen vor, es sei denn man greift zum Chipsatz eines Drittherstellers.
Ansonsten gilt auch für den Intel Celeron, was wir bereits für den Pentium 4 der 500er-Serie gesagt haben. Diese CPUs beherrschen zwar weder HyperThreading noch EIST, mit dem Anhang "J" wurden sie jedoch um das Execute Disable Bit erweitert. Wurde die Produktnummer um "1" erhöht und endet nun auf "1" oder "6", so beherrscht der Prozessor zusätzlich auch EM64T, es handelt sich damit um eine 64-Bit CPU.
Alle Celeron Prozessoren haben im Vergleich zum Pentium 4 einen deutlich kleineren Cache, der sich auf lediglich 256 Kilobyte beschränkt.

Die aktuellen Prozessoren: Pentium 4 mit 533 MHz FSB
So, dann wäre alles klar, oder? Der Pentium 4 arbeitet grundsätzlich mit 800 MHz und der Celeron mit 533 MHz. CPUs mit 1066 MHz wurden für's erste zu den Akten gelegt. Gaaaaanz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn auch einige Pentium 4 Prozessoren der 500er-Serie arbeiten mit lediglich 533 MHz! Ja, ich sehe bildlich vor mir, wie sich einige Leser spätestens jetzt die Haare raufen, doch keine Panik: auf der nächsten Seite fassen wir Intel Produktpolitik noch einmal in einer übersichtlichen Tabelle zusammen ;-)
Die Ausnahmen von der Regel sind der Pentium 4 505, 505J und 506: Alle drei CPUs takten mit 2,66 GHz und beherrschen vielleicht HyperThreading - dazu gleich mehr. Der 505J, so schlau sind wir mittlerweile, ergänzt den 505 um den Enhanced HaltState und das XD-Bit. Doch was ist mit dem Pentium 4 506? Der kann EM64T. Oder doch nicht? Auf Intels aktuelle Informationsseite zu den Modellnummern bekommt der 506 keinen Haken für EM64T, aber auch keinen für das XD-Bit! Allerdings handelt es sich hier um einen Fehler, denn wie man auf Intels Webseite mit den Product Order Codes sehen kann, ist der Pentium 4 506 eine echte 64-Bit CPU und hat somit auch das XD-Bit! Leider wird der Pentium 4 506 etwas stiefmütterlich behandelt und taucht nur selten in Intel Dokumentationen auf. Selbst die Druckversion der Informationsseite zu den Modellnummern verschweigt dieses Modell völlig. Hier stolpern wir jedoch über einen weiteren Widerspruch: Die Modelle 505 und 505J haben laut dieser Liste nun wieder kein HyperThreading! Es wäre wünschenswert, daß Intel in das hauseigene Nummernchaos eine klare Linie bringt, so daß Kunden nicht immer wieder über widersprüchliche Angaben stolpern! Halten wir also fest: Die Pentium 4 Modell mit 533 MHz FSB haben möglicherweise HyperThreading, vielleicht aber auch nicht!
Als Restposten können zudem noch die Modelle 515 und 515J mit 2,93 GHz sowie der Pentium 4 519J mit 3,06 GHz auftauchen. Diese CPUs waren primär für den OEM-Markt bestimmt, können aber als Tray-Variante (unverpackt) auch im Einzelhandel vorkommen.

LGA775 - ein empfindlicher Sockel?
Intel hat ein paar Regeln des CPU-Baus auf den Kopf gestellt: Statt die aktuellen CPUs mit Füßen zu versehen, gibt es nur Kontaktflächen. Die Pins befinden sich nun im Prozessorsockel des Mainboards und sind auch keine Pins mehr, sondern kleine, schräg stehende Kontaktfedern. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Zumeist ist der Prozessor teurer als das Mainboard, Prozessoren ohne Füße haben eine Fehlerquelle weniger und die Reklamationen (wegen verbogener CPU-Füße) landen in Zukunft nicht mehr bei Intel, sondern beim Hersteller des Mainboards.

Der klare Nachteil des LGA775 Designs ist jedoch, daß die Kontaktfedern SEHR empfindlich sind. Solange man vorsichtig arbeitet, kann man Prozessoren problemlos mehrmals aus und wieder einbauen - auch nach zehn Wechseln funktionierte unser Testboard noch einwandfrei. Sollte man jedoch einen Fehler machen, etwa den Prozessor auf den Sockel fallen lassen, ist ein neues Mainboard fällig! Wir haben auf einem unserer Testmainboards absichtlich eine dieser Kontaktfedern verbogen und konnten sie nach 30 Minuten hochkonzentrierter Arbeit mit Lupe und zwei angespitzten Stecknadeln wieder in die richtige Position bringen - und das Mainboard funktioniert sogar. Sind jedoch mehrere Federn verbogen, erscheint eine Reparatur mehr als unwahrscheinlich!
Doch wer, wie gesagt, von vorne herein sorgfältig zu Werke geht, wird keine Probleme haben.

Speicherfrage: DDR1 vs. DDR2
Bevor wir nun zur tabellarischen Übersicht der oben genannten CPUs kommen, möchten wir noch ein letztes Vorurteil ansprechen. Aufgrund des DDR2-Speichers war Intels neue Plattform lange Zeit als zu teuer verschrien. Das hat sich geändert, denn die Preise von DDR2-533 Speicher liegen im Schnitt unter denen von DDR1-400 Speicher. Mit neuen Taktraten (DDR2-667, DDR2-800) und geringeren Latenzen gibt es nun auch die ersten Leistungssteigerungen zu sehen. Kurzum: Intels LGA775 ist gereift und erwachsen geworden. Und daß man über den eigenen Schatten gesprungen ist und Innovationen des Mitbewerbers AMD aufgegriffen hat, hat nicht gerade geschadet!

Weiter: 2. Aktuelle CPUs für den Sockel LGA775

1. LGA775: Vorurteile und Fortschritte
2. Aktuelle CPUs für den Sockel LGA775
3. Aktuelle Chipsätze von Intel und NVIDIA
4. Albatron PX915P Pro: Layout #1
5. Albatron PX915P Pro: Layout #2
6. Albatron PX915P Pro: BIOS, Stabilität
7. Intel D925XCV: Layout #1
8. Intel D925XCV: Layout #2
9. Intel D925XCV: BIOS, Stabilität
10. Asus P5LD2 Deluxe: Layout #1
11. Asus P5LD2 Deluxe: Layout #2
12. Asus P5LD2 Deluxe: BIOS, Stabilität
13. Asus P5LD2 Deluxe: WiFi-TV PCI-Karte
14. Speicher: Corsair DDR500, DDR2-533, DDR2-800
15. Benchmarks: Setup, Audio, USB, IDE, Taktraten
16. Benchmarks: CPU und Speicher
17. Benchmarks: 3D-Spiele
18. Benchmarks: 3D-Anwendungen
19. Benchmarks: Encoding
20. Benchmarks: SLI mit dem Intel 945P
21. Fazit: Mainboards
22. Fazit: Arbeitsspeicher

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