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Neu von MSI

VIA KT266 - ein erster Blick
18.07.2001 by doelf

Die Jungs von HiQ Computer haben mir ein MSI K7T266-Pro unter die Nase gehalten und da konnte ich dann einfach nicht nein sagen: VIA Probleme hin oder her, wir wollen doch alle wissen, ob VIAs neuer DDR-RAM Chipsatz ebenso zickig ist, wie der KT133A!

Die neue Southbridge: VT8233
Neben dem "VIA 686B-Bug", der uns mit Datenverlusten nervte, zeigte sich die 686B Southbridge auch wählerisch bei Geräten am LPT oder den USB Anschlüssen. Unser Epson 760 spuckte am LPT nur im langsamsten (Normal) Übertragungsmodus zuverlässig Ausdrucke aus. Dabei gab es vor allem Probleme bei hochauflösenden Grafiken - also wenn viele Datenpakete über den LPT geschickt wurden. Schlossen wir das Gerät am USB an, so verlor der Drucker nach wenigen Minuten, oft schon nach Sekunden den Kontakt und war bis zum Reboot auch nicht mehr aufzufinden. Soviel zu den Problemen mit der alten 686B-Southbridge.

Wie verhält sich denn nun die VT8233? Weder am LPT noch an den USB-Anschlüssen gab es auch nur einen Aussetzer des Epson 760! Und der mußte viel drucken: 10x 80MB über den LPT im EPP, dann im ECP Modus. Danach zehn weitere Ausdrucke über USB. Zum Abschluß kopierte ich noch 200MB Fotos von dem IBM Microdrive in meiner Digitalkamera via USB auf die Festplatte. Hier konnte uns die VT8233 voll versöhnen: LPT und USB-Anschlüsse verhielten sich vorbildlich.
Und was ist mit Datenverlusten? Auch nach 500 Testdurchläufen mit unserer 130MB Referenzdatei gab es nicht einen Fehler. Auch hier scheint VIA seine Hausaufgaben gemacht zu haben.
Eigentlich sind die hier getesteten Funktionen eine Selbstverständlichkeit, ein Chipsatz kann sich keine Extrapunkte dadurch verdienen, daß er schlicht und einfach seine Funktionen erfüllt. Aber da das beim VIA KT133A nicht so selbstverständlich war, sind wir dennoch froh, daß der VIA KT266 (wie zuvor auch schon der ALi MAGiK 1) keinerlei Probleme hatte.
Der VIA KT266 stellt eine direkte 8Bit/266MHz Verbindung zwischen North- und Southbridge (V-Link) zur Verfügung, während die North- und Southbridge des VIA KT133A noch über den selbst schon hoch beanspruchten PCI-Bus kommunizieren mußten. Es hat den Anschein, als sei der KT133A an der Menge seiner Features gescheitert, welche - je nach Systemkonfiguration - an die Grenze seiner Architektur stießen. Der VIA KT266 wurde jedoch generalüberholt und scheint mehr Reserven zu bieten. In unserem Test des MSI K7T266-Pro (der Testbericht folgt in Kürze) zeigte sich der Chipsatz jedenfalls in Bestform.

Benchmarks:
Nun gut, der VIA KT266 scheint ein stabiler Chipsatz zu sein und offenkundige Fehler konnten wir auch nicht entdecken. Das gilt für den ALi MAGiK 1 jedoch auch und hier bietet das Asus A7A266 neben DDR-RAM auch noch SDR-RAM Unterstützung - man muß sich also keinen neuen Arbeitsspeicher kaufen. Ist der VIA KT266 jetzt so viel schneller, daß er die bessere Wahl ist? Und wie fällt der Vergleich zu unserem Epox 8KTA+ mit dem VIA KT133 Chipsatz aus? Wir haben mit folgenden Benchmarks und Treibern getestet:

Eine Schwäche des ALi MAGiK 1 ist die asynchrone Taktung von CPU und Speicher. Ein AMD Duron oder Athlon-B, die mit 100 MHz (200 MHz FSB) getaktet sind und mit PC133 oder PC2100 Speicher kombiniert werden, bringen hier nicht viel mehr Leistung als im Zusammenspiel mit PC100 oder PC1600 RAM:

MSI K7T266-Pro
PC2100 CL2.5
Asus A7A266
PC2100 CL2.5
Epox 8KTA+
PC133 CL3
CPUMark 9993,885,990,2
FPU WinMark 99551055405490
3DWinMark58,857,857
3DWinMark/CPU2,211,841,93
3DMark2000337231343251
3DMark2001183816041742

Und wie wir sehen, kommt der VIA KT266 mit der asynchronen Taktung deutlich besser zurecht! Der ALi MAGiK 1 fällt oft sogar hinter den VIA KT133 zurück, er ist für Systeme auf AMD Duron oder Athlon-B Basis nicht so gut geeignet. Doch wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, daß auch ALi in den nächten Wochen eine überarbeitete Version dieses Chipsatzes ausliefern wird!

Und wie sieht die Situation bei synchroner Taktung, also ein Athlon-C (oder wie in unserem Fall ein entsperrter Athlon-B) mit PC133 oder PC2100 Speicher?

MSI K7T266-Pro
PC2100 CL2.5
Asus A7A266
PC2100 CL2.5
Epox 8KTA+
PC133 CL3
CPUMark 9995,493,5-
FPU WinMark 9955105470-
3DWinMark59,058,8-
3DWinMark/CPU2,312,20-
3DMark200033673298-
3DMark200118921812-

Das Epox 8KTA+ besitzt zwar einen Jumper für den 133MHz Betrieb, doch das Mainboard verweigert bereits den Betrieb, wenn man diesen Jumper schief ansieht. Selbst Extrem-Kühlung und maximale Spannungen bringen es nicht einmal zum Piepen. Aber das war auch zu erwarten. Das MSI K7T266-Pro liegt auch in diesem Durchlauf vorne, doch der ALi MAGiK 1 auf dem Asus A7A266 kann deutlich von dem synchronen Takt profitieren und liegt nur knapp hinter dem VIA Chipsatz.

Fazit
VIA hat die Fehler des KT133A beim KT266 ausgemerzt. Das MSI K7T266-Pro lief in unserem Test stabil und problemlos, zudem ist es schneller als das Asus A7A266 mit dem ALi MAGiK 1. Auf der anderen Seite wissen wir seit diesem Jahr, daß Geschwindigkeit nun wirklich nicht alles ist. Beide Chipsätze stellen derzeit eine gute Wahl dar, wer aber noch warten kann, sollte sich bis zum August gedulden. Dann nämlich kommt die neue Revision des ALi MAGiK 1 auf den Markt und der VIA KT266 wird auch auf Platinen von Asus und vielen anderen Herstellern auftauchen. Und in diesem Zusammenhang wird auch eine neue Revision des VIA KT266 erwähnt. Zuletzt wäre da dann noch die spannende Frage, ob sich die beiden Chipsätze mit AMD's Palomino Core vertragen. Stay tuned!

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