NXZT Nemesis Elite Edition im Test - 1/7
25.08.2005 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
In letzter Zeit werden vorgemoddete Gehäuse immer beliebter. Sie zielen auf die Käuferschicht ab, die ein ungewöhnliches und schickes Gehäuse haben will, den Aufwand des eigenständigen Modifizierens jedoch scheut. Damit geht zwar Idividualität verloren, man kann sich aber dennoch aus der Masse der grauen Standardtower hervorheben und bekommt von Anfang an profesionelle Qualität geliefert. Diesen Trend haben die Hersteller längst erkannt und sorgen für eine breite Auswahl am Markt.
NZXT gehört zu diesen Firmen. Sie ist in Deutschland noch relativ unbekannt und kommt aus Taiwan. Wir werden das Topmodell, die Nemesis Elite Edition, genauer unter die Lupe nehmen. Nemesis ist übrigens nicht nur ein beliebter Name für martialisch aussehende Hardware, sondern in der griechischen Mythologie die Göttin des "gerechten Zorns". Diese Rachegottheit bestraft herzlose Liebe sowie die menschliche Selbstüberschätzung, die Hybris. Hoffen wir für NZXT, daß man sich mit dem Namen "Nemesis" nicht der Selbstüberschätzung schuldig gemacht hat ;-)
Dieser Artikel soll klären, ob sich das Nemesis Elite Edition von der breiten Maße der premoddet Tower abheben kann, das Konzept durchdacht ist und auch die Qualität stimmt.
Technische Daten
Zu Beginn verschaffen wir uns erst einmal einen Überblick über die Daten unseres Testkandidaten:
Dank der Alu-Konstruktion ist das Gehäuse extrem leicht. Drei 120 mm sollten für eine sehr gute und trotzdem leise Belüftung sorgen. Neben der Farbe Silber, in der uns das Gehäuse vorliegt, ist es auch noch in weiß, schwarz, blau und orange erhältlich. Ein nettes Feature ist sicher das LCD-Display mit integrierter temperaturabhängiger Lüftersteuerung, auf die wir später noch eingegehen werden.
Zubehör und Dokumentation
In einer praktischen Plastikbox, die im Festplattenschacht verschraubt ist, werden die nötigen Montageschienen für die Laufwerke, ein paar Schrauben, eine Ersatzblende für den PCI-Slot und eine englischsprachige Anleitung für das LCD und das Gehäuse mitgeliefert. Somit ist alles dabei, was man braucht, doch eine deutschsprachige Anleitung wäre besser gewesen, da z.b. die Bedienung des Displays nicht unbedingt selbsterklärend ist.
NXZT Nemesis Elite Edition im Test - 2/7
25.08.2005 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Äußerer Eindruck
Der Tower ist in den Farben Silber und Schwarz gehalten, der hierbei verwendete Lack ist relativ robust und unanfällig für Fingerabdrücke. Das eigentliche Gehäuse besteht aus 1 mm starkem Aluminium, die Front wurde hingegen größtenteils aus Kunststoff gefertigt - lediglich der schwarze Teil besteht aus Aluminium. Insgesamt wirkt das Gehäuse sehr edel.
In das Seitenteil ist ein Fenster eingelassen. Mittig wurde ein blauer 120 mm Lüfter platziert, der mit einem Lochblech, welches als Staubfilter und Abschirmung dient, versehen ist. Zusätzlich ziert den Lüfter ein Gitter aus Plastik, welches die Form eines "N" hat. Die Verarbeitung ist sehr sauber. Überraschenderweise lässt sich das Seitenteil sehr leicht abnehmen: Nachdem man die Thumbscrews auf der Rückseite gelöst hat, muss man es nur noch wegklappen. Ein umständliches Zurückziehen ist beim Nemesis nicht nötig.
Auf der Rückseite sehen wir das übliche Layout einer ATX Midi-Towers, der 120 mm Lüfter unterhalb des Netzteiles verspricht eine effektive und leise Durchüftung. Unverständlich ist uns, warum NXZT die rechte Seite (von hinten), nicht aber die linke Seite mit Thumbscrews befestigt hat. Hier findet man nur normale Kreuzschlitz-Schrauben.
NXZT Nemesis Elite Edition im Test - 3/7
25.08.2005 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Interessanterweise ist kein Anschluss für die Power-LED-Pins des Mainboards vorhanden. Dies ist jedoch auch nicht nötig, denn diese wird direkt an das Netzteil angeschlossen. Der Nachteil: Im Standby-Betrieb weist keine blinkende LED darauf hin, daß der PC nicht wirklich ausgeschaltet ist.
Die HDD-LED verbirgt sich hinter dem Nemesis Schriftzug auf der Front, so dass dieser bei IDE-Zugriffen leuchtet. In der Fronttüre ist ein Mechanismus eingebaut, der den Einschaltknopf hinter der Abdeckung betätigt. Leider ist der Druckpunkt des sich auf der linken Seite befindenden Knopfes äußerst schwammig.
Fast schon zum Standard geworden sind zusätzliche USB-, Firewire und Audioanschlüsse. Beim Nemesis Gehäuse sind diese in das Plastikgehäuse des LCDs integriert. Durch Drehen des vorderen Teils werden diese preisgegeben.
Mit drei 120 mm Lüftern, die blau beleuchtet sind, dürfte das Gehäuse ausreichend belüftet sein. Die Lüfter selbst gehen relativ leise zu Werke, sind jedoch nicht unhörbar.
Neben den Lüftern, die für den den größten Teil des Lichts sorgen, lässt sich auch noch die Front in sieben verschiedenen Farben beleuchten. Durch das Drücken, eines Knopfes auf der Rückseite der Frontklappe kann man zwischen den Farben blau, aquamarin, gelb, grün, rot, lila und weiß wählen.
NXZT Nemesis Elite Edition im Test - 4/7
25.08.2005 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
LCD Display
Auf dem Dach des Towers ist ein LCD-Display samt Lüftersteuerung montiert. Leider ist sie nur aus Plastik und nicht aus Aluminium, wie der Rest des Gehäuses. Das blau beleuchtete Display lässt sich leicht aus- und einklappen. Auf diesem kann man die Messwerte der drei Temperatursensoren, die Uhrzeit, das Datum, Festplattenaktivität und einen eventuellen Lüfterausfall ablesen.
Mit Hilfe der drei Knöpfe, deren Druckpunkt etwas zu hart ist, kann man alle Einstellungen vornehmen.
Die integrierte Lüftersteuerung regelt drei Lüfter (CPU, HDD und SYS) in sechs Stufen, in Abhängigkeit von der Temperatur des jeweiligen Sensors. Steigt also die Temperatur der CPU wird der Lüfter am Anschluss für den CPU-Lüfter beschleunigt. Deshalb sollte man auch die Sensoren und Lüfter gemäß der Beschriftung platzieren bzw. anschließen. Fällt die Temperatur eines Sensors unter 13°C wird dieser Lüfter komplett ausgeschaltet.
Sollte ein Lüfter ausfallen erscheint ein Signal auf dem Display, es ertönt aber kein Warnton. Es lässt sich immer nur der Status eines Sensors und Lüfters gleichzeitig anzeigen, so daß der Benutzer den Ausfall wohl erst spät bemerken wird. Ungünstig, falls es sich um einen wichtigen Lüfter, wie den CPU-Lüfter, handelt.
NXZT Nemesis Elite Edition im Test - 5/7
25.08.2005 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Einbau der Hardware: Laufwerke
Die Laufwerke werden über ein Schienensystem eingebaut. Sowohl an Festplatten, optischen Laufwerken und Diskettenlaufwerken, werden zunächst links und rechts Schienen angesteckt. Festplatten kann man jetzt einfach in die jeweilige Vorrichtung schieben und einrasten lassen: Fertig!
Um ein CD- oder Diskettenlaufwerk einzubauen, muss die Front abgenommen werden. Diese wird durch 6 Plastiknippel (3 links, 3 rechts) festgehalten, die man durch zusammendrücken lösen kann. Leider lassen sich die rechten ( von vorne betrachtet) nur mit sehr dünnen Fingern oder Werkzeug erreichen. Zum Glück löst sich die Front schon, nachdem man 4-5 Nippel zusammengepresst hat. Dann einfach noch ein Blech rausdrücken, die Plastikblende der Front entfernen und das Laufwerk einschieben.
Da die Abdeckbleche herausgebrochen werden, lassen sie sich später leider nicht mehr anbringen. Löblich: NXZT gestaltet die Bruchstellen derart, daß keine scharfkantigen Ecken stehenbleiben, an denen man sich leicht verletzten könnte.
NXZT Nemesis Elite Edition im Test - 6/7
25.08.2005 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Einbau der Hardware: Netzteil und Mainboard
Das Mainboard wird auf Abstandshaltern, die vorher noch in die passenden Löcher geschraubt werden müssen, befestigt. Ein Mainboardschlitten ist nicht vorhanden. Das Netzteil wird, wie bei jedem anderen Gehäuse, mit 4 Schrauben an der Rückseite arretiert.
Einbau der Hardware: Steckkarten
Die Steckkarten lassen sich komplett schraubenlos befestigen. Vor dem Einbau wird die Halterung gelöst, dann muss die Karte einfach in den jeweiligen Slot gesteckt werden und die Halterung anschließend wieder geschlossen werden. Schon sitzt die Karte bombenfest und es werden keine zusätzlichen Schrauben benötigt.
Einbau der Hardware: Kühlung
Falls man mit den drei vormontierten Lüftern unzufrieden ist, lassen sich diese natürlich demontieren. Bis auf den vorderen Lüfter, sind alle mit dem Gehäuse verschraubt. Zumindest bei dem hinteren hätte NXZT lieber auf einen Lüfterkäfig setzen sollen.
Um an den vorderen Lüfter zu kommen, muss umständlicher Weise die komplette Front abgenommen werden. Auch hier konnte sich NXZT die Schrauben nicht ganz verkneifen und befestigt den Lüfter in dem dort befindlichen Lüfterkäfig mit zwei Schrauben.
NXZT Nemesis Elite Edition im Test - 7/7
25.08.2005 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Fazit
Das Nemesis Elite Edition macht einen fast perfekten Gesamteindruck. Lediglich ein paar kleine Mängel sind vorhanden. So hätte man das LCD ebenfalls aus Aluminium fertigen können, um die gesamte Optik zu perfektionieren. Auf der Rückseite fallen einem lediglich die zwei fehlenden Thumbscrews und der verschraubte Lüfter ein, zudem hätte ein akustischer Alarm für den Lüfterausfall sicher nicht geschadet. Auch den Mechanismus für den Einschaltknopf auf der Gehäusefront sollte man verbessern. Ansonsten lassen sich nur noch die vielen positiven Seiten des Gehäuses hervorheben: Fast perfektes Design, saubere Verarbeitung, geringes Gewicht, leise Lüfter, einfache Montage der Hardware, die mehrfarbige Frontbeleuchtung - eine Vielzahl guter Gründe, die für das NXZT Nemesis Elite Edition sprechen.
Wer einen vorgemoddeten und schicken Tower haben möchte, der sollte beim Nemesis Elite Edition zuschlagen. Nur Schraubern und Bastlern wollen wir von dem Gehäuse abgeraten, da sich eigentlich nichts mehr verändern lässt. Mit einem Ladenpreis von 139,90 € schlägt der Tower für ein Gehäuse schon recht ordentlich zu Buche. Die gebotene Leistung und Funktionsvielfalt relativiert den hohen Preis, so daß uns dieser durchaus akzeptabel erscheint. Die Stahlblech-Variante ohne Display gibt es übrigens schon für 89,90 €.
Pro:
|
Contra:
|
Unser Dank gilt NXZT und eurobizz marketing für die Teststellung des NXZT Nemesis Elite Edition!