Neu von MSI

Linux 4.10 ist fertig

reported by doelf, Montag der 20.02.2017, 17:25:47 Uhr

Nach acht Veröffentlichungskandidaten ist Linux 4.10 fertig und bringt rund 13.000 Änderungen. Damit liegt 4.10 laut Linus Torvalds im Durchschnitt moderner Kernel-Versionen. Im Dezember 2016 hatte Linux 4.9 mit mehr als 16.000 Änderungen einen neuen Rekord gesetzt. Linux 4.10 bringt weitere Optimierungen für AMDs Ryzen und verbessert die Leistung von Intels aktueller Turbo-Boost-Generation.

Grafik, Grafik, Grafik
Ein Update, das es nicht mehr in Linux 4.9 geschafft hatte, sind die überarbeiteten Nouveau-DRM-Treiber für Grafiklösungen von NVIDIA. Diese unterstützen den Grafikchip GP106 (GeForce 1060), Boost-Taktraten, Multi-Stream-Transport über den DisplayPort sowie Atomic-Mode-Setting für Bildschirmausgaben. Zudem kann der Treiber die Beleuchtung bestimmter Grafikkarten steuern. Beim AMDGPU-DRM-Treiber wurde die Energieverwaltung verbessert und die Lüfterdrehzahl lässt sich nun über hwmon auslesen. Erstmals werden auch die kommenden Polaris-12-GPUs unterstützt. Intels Grafiktriber behebt HDMI-Probleme beim Skylake sowie Fehler rund um DisplayPort-Audio. Zudem werden "Mediated Devices" (Mdev) unterstützt.

Virtuell-Reale-Mischgeräte
Das "Mediated Device Interface" dient dazu, die Hardware-Funktionen kompatibler Geräte an virtuelle Maschinen durchzureichen. Dank Mdevs muss nicht das gesamte Gerät in Form virtueller Hardware emuliert werden, was Leistungsvorteile verspricht. Andererseits muss über speziell angepasste Treiber gewährleistet sein, dass Mdevs nicht zum Sicherheitsrisiko werden. Da solche Treiber noch Mangelware sind und neben dem Kernel auch die Virtualisierungssoftware mitspielen muss, kann diese Technik noch nicht ohne weiteres genutzt werden. Dank des Kernel-Treibers "virtio-crypto" können virtuelle Maschinen übrigens auch auf die Verschlüsselungshardware des Hosts-Systems zugreifen - sofern Qemu mitspielt.

Noch mehr Grafik
Doch noch einmal zurück zu den Grafiktreibern: Der VC4-DRM-Treiber des Raspberry Pi hat die Textur-Komprimierung ETC1 und Fragment Shader Threading gelernt und in Freedrenos MSM-DRM-Treiber steckt grundlegende Unterstützung für Qualcomms Grafikkerne der Adreno A500-Serie. Neu hinzugekommen sind DRM-Treiber für ZTEs VOU ZX, Amlogics Meson und den MXS FB.

Dateisysteme und Datenträger
Per "Writeback Throttling" verlastet Linux Schreiboperationen gleichmäßiger, so dass sich das System bei der Installation auf langsamen Datenträgern flüssiger bedienen lässt. Ein neuer Direct-IO-Unterbau beschleunigt das Dateisystem XFS, während bei Btrfs und Ext4 an der Zuverlässigkeit geschraubt wurde. Der Kernel 4.10 kommt mit SMR-Festplatten (Shingled Magnetic Recording), die aus überlappenden Spuren eine höhere Speicherdichte herausquetschen, zurecht und warnt vor inkompatiblen Betriebsmodi von NVMe-Datenträgern. Dies betrifft in erster Linie Notebooks der Firma Lenovo, die einzelne NVMe-Medien standardmäßig über einen proprietären RAID-Modus ansteuert.

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