Kolumne: Hitlers DNA - Vom Führersofa zum Mikropenis
Meldung von doelf, Donnerstag der 13.11.2025, 15:16:17 UhrHitlers Kriege, Hitlers Komplizen, Hitlers Herlferinnen, Hitlers Leichnam, Hitler und Mussolini, Hitler und Stalin, Hitler und der Papst - man könnte denken, das Thema Hitler sei inzwischen ebenso ausgequetscht wie die Filmreihen Fast & Furious
und James Bond
. Und damit würde man sich gründlich irren, denn der faschistische Massenmörder geht aktuell dank einer neuen Dokumentation viral. Das Thema ist Hilters DNA, die ihm einen fehlgebildeten Hoden und einen Mikropenis bescheinigt.
Wie immer, wenn sich Wissenschaftler lediglich die DNA einer Person ansehen können, geht es um genetische Veranlagungen und damit um Wahrscheinlichkeiten. Es ist also keineswegs erwiesen, dass Hilter einen Minipimmel hatte, es ist lediglich sehr, sehr wahrscheinlich. Auch verschiedene psychiatrische Entwicklungsstörungen wie ADHS, Autismus, eine bipolare Störung und Schizophrenie lassen sich aus der Führer-DNA ableiten. Genauere Informationen verspricht die zweiteilige Dokumentation Blueprint of a Dictator, die der britische TV-Sender Channel 4 am kommenden Samstag, den 15. November 2025, ausstrahlen wird.
Um zu klären, ob Adolf Hitler ein impotenter Psychopath war, analysierten Forscher einen Blutfleck von der Couch aus Hitlers Führerbunker in Berlin. Auf dieser hatte sich der Führer am 30. April 1945 selbst erschossen, eine seiner seltenen guten Ideen. Ob das Blut tatsächlich von Hitler stammt, ist unklar, denn der Leichnam wurde vom Führerbegleitkommando verbrannt und zusammen mit anderen verscharrt. Nach der Kapitulation Deutschlands herrschte in Berlin zudem Chaos, auch weil ein toter Hitler nicht ins Konzept von Josef Stalin passte. Der damalige Machthaber der Sowjetunion kassierte alle Berichte über Hitlers Ableben sowie Untersuchungsergebnisse, die den Tod des Führers belegen sollten.
In Anbetracht der umfassenden historischen Dokumente in Text, Bild und Film muss man sich allerdings fragen, ob wirklich eine DNA-Analyse erforderlich ist, um Adolf Hitler als psychopathischen Massenmörder zu überführen. Untaten sagen schließlich mehr als 19.969 Gene. Darüber hinaus ergibt sich die Frage nach dem praktischen Nutzen: Muss man Faschisten wirklich die Hosen herunterziehen, um nach fehlgebildeten Hoden oder winzigen Penissen zu suchen? Wer einen neuen Hitler verhindern will, sollte doch lieber auf Worte und Taten achten. Hass und Hetze lassen sich doch leicht genug erkennen. Es ist auch kein Trost, dass Hitler in vieler Hinsicht eine Witzfigur war, denn diese Witzfigur hat letztendlich 65 Millionen Menschenleben auf dem Gewissen.