macOS 10.15 (Catalina): Ohne iTunes aber mit iPad-Apps
Die Regeln haben sich geändert

macOS 10.15 (Catalina): Ohne iTunes aber mit iPad-Apps

Meldung von doelf, Dienstag der 04.06.2019, 16:06:13 Uhr

Nach 18 Jahren hat iTunes ausgedient und wird nicht mehr zum Lieferumfang des nächsten macOS 10.15 mit dem Beinamen "Catalina" gehören. Dafür kommen iPad-Apps und Screen Time auf den Mac, während iPad und Pencil zu leistungsstarken Eingabegeräten mutieren. Sicherheit und Privatsphäre wurden weiter verbessert, dazu eine neue Sprachsteuerung integriert.

iTunes hat ausgedient
"Mit iTunes hast du mehr Spaß an deiner Musik, deinen Filmen und Fernsehsendungen", schreibt Apple auf seiner Webseite, wobei ich diese Aussage nie nachvollziehen konnte. Viele Nutzer hatten iTunes indes geschätzt oder sich zumindest an Apples Allzweckwaffe gewöhnt, doch nun zieht man in Cupertino einen Schlussstrich: Das für die zweite Jahreshälfte geplante macOS 10.15 (Catalina) wird kein iTunes mehr enthalten, dafür aber drei neue Apps namens "Music", "Apple TV" und "Apple Podcasts", welche Apples Streaming-Dienste noch weiter in den Fokus rücken. Wer sich nun fragt, mit welcher dieser drei Apps in Zukunft festhängende iPhones oder iPads gerettet werden: Es ist die Musik-App.

Obwohl iTunes für viele Nutzer ein Urgestein aus dem Apple-Kosmos ist, hatte der Konzern diese Software in grauer Vorzeit (im Jahr 2000) mitsamt der zuständigen Entwickler eingekauft. Zuvor hieß das Programm "SoundJam MP". iPhones musste damals noch niemand wiederbeleben, die kamen erst 2007 auf den Markt. Aber für die im Oktober 2001 vorgestellten iPods war iTunes der ideale Begleiter und zugleich Namensgeber für Apples ersten Medienladen, den "iTunes Store". Wie gesagt: Ich persönlich werde iTunes nicht vermissen, doch worin die Aufspaltung in drei Einzel-Apps bestehen soll, erschließt sich mir nicht. Zumal alle drei Apps die bisherige iTunes-Bibliothek als Grundlage nutzen werden.

iPad-Apps auf dem Mac
Als weitere Neuerung meldet Apple, dass man nun seine "liebsten iPad-Apps" auch auf dem Mac nutzen kann. Tatsächlich kann der Mac nach wie vor keine für iOS entwickelten Apps ausführen, doch Apple bietet Entwicklern ein Werkzeug namens "Project Catalyst" an, mit dem sich iPad-Apps komfortabel in Mac-Apps konvertieren lassen. Dafür verhalten sich die Applikationen dann auch wie native Mac-Programme, so dass beispielsweise Drag & Drop möglich ist. Zudem sollen die Apps vom größeren Bildschirm und der höheren Rechenleistung profitieren. Als Beispiele erster Apps führt Apple "Asphalt 9: Legends", "DC Universe", "Jira", "TripIt" und "Fender Play" auf. Bekannte macOS-Apps wie Photos, Notes, Reminders und Safari wurden optisch überarbeitet und haben zusätzliche Funktionen erhalten.

macOS Catalina: Eingaben per iPad und Pencil

iPad und Pencil als Hilfsmittel nutzen
Über "Sidecar" lässt sich ein iPad als zusätzlicher Bildschirm nutzen, auf den man den Monitor des Mac wahlweise erweitert oder spiegelt. Im Zusammenspiel mit dem Eingabestift Pencil lässt sich das iPad auch in ein Grafiktablet verwandeln, das dem Mac als kreatives Eingabegerät dient. Eine weitere Funktion besteht darin, den Pencil für Korrekturen, Anmerkungen und Skizzen zu nutzen. Diese sinnvolle und eigentlich schon lange überfällige Funktionserweiterung wird von Programmen wie Adobe Illustrator, Affinity Photo, Cinema 4D, Maya und ZBrush unterstützt.

Screen Time für macOS
Von iOS 12 wurde Screen Time übernommen. Auch macOS erstellt nun detaillierte tägliche sowie wöchentliche Aktivitätsberichte, damit man genau nachvollziehen kann, womit man wie viel Zeit vor dem Bildschirm verbracht hat. Man kann Auszeiten planen und geräteübergreifend Beschränkungen für bestimmte Apps und Webseiten festlegen. Über die Familienfreigabe kann man seinen Kindern ihre Grenzen aufweisen und ihren Fokus vom elektronischen Spielzeug hin zu einer Auseinandersetzung mit der realen Welt und ihren nervigen Eltern lenken. Erwachsene können solche Zeitbeschränkungen natürlich ignorieren.

Sicherheit und Privatsphäre
Apple hat macOS Catalina auf eine eigene Systempartition verfrachtet, die sich nur lesen lässt. Somit können weder der Benutzer noch bösartige Programme die Systemdateien löschen oder manipulieren. In neuer Hardware sorgt Apples T2-Chip für mehr Sicherheit. Dieser Chip verschlüsselt Datenträger, ermöglicht die Fingerabdruckerkennung, sichert Zahlungen über Apple Pay ab und prüft im Zusammenspiel mit Gatekeeper, ob die aufgerufenen Applikationen vertrauenswürdig sind. Die neue Aktivierungssperre stellt sicher, dass nur der Besitzer seinen Mac löschen und reaktivieren kann.

Apple hat den Zugriff auf die Desktop-Inhalte, den Ordner "Dokumente", den iCloud-Speicher, externe Laufwerke, die Tastatur und Webcams eingeschränkt: Bevor eine App auf diese Ressourcen zugreifen kann, muss der Benutzer seine Erlaubnis erteilen. Die neue "Find My"-App sucht nicht nur iOS-Geräte, sondern auch Freunde und Macs. Dabei wird selbst ein inaktiver Mac von in der Nähe befindlichen iOS-Geräten per Bluetooth-Signal geortet. Dies geschieht anonym inklusive Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Wer eine Apple Watch nutzt, kann Passwortabfragen seines Macs mit einem Doppelklick auf den seitlichen Knopf der Uhr überspringen.

Sprachsteuerung und unterstützte Geräte
Die neue Sprachsteuerung richtet sich an jene Nutzer, die Maus und Tastatur nicht verwenden wollen oder können. Menschen mit einer Sehschwäche können die Inhalte auf einem zweiten Bildschirm heranzoomen. Wer nur einen Monitor besitzt, lässt den Mauszeiger über Textpassagen schweben, welche dann in großer Schrift schwarz auf weiß präsentiert werden. macOS Catalina soll im Herbst 2019 veröffentlicht werden und unterstützt folgende Computer: iMac, Mac mini, MacBook Air und MacBook Pro (jeweils die Modelle ab 2012), Mac Pro ab 2013, MacBooks ab 2015 und iMac Pro ab 2017. Dazu noch zwei Hinweise: Die MacBooks wurden nach einem Abverkauf im Jahr 2012 erst 2015 wiederbelebt und der erste iMac Pro kam 2017 auf den Markt.

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