DDR5 wird immer teurer, DDR4 stagniert
Meldung von doelf, Montag der 02.11.2026, 13:00:25 UhrWährend der OpenAI-Chef und KI-Kommunist Sam Altman den Einsatz von DRAM im heimischen Computer oder Smartphone ziemlich schrecklich
findet und dafür plädiert, noch mehr Speicher in die Cloud und externe KI-Dienste zu stecken, wackeln immer mehr KI-Projekte und die Skepsis an der Börse wächst. Zugleich bleiben die DRAM-Chips am Spot-Markt in Taiwan extrem teuer. Bei DDR4-Speicher scheint inzwischen die Schmerzgrenze überschritten, während die DDR5-Kurse nochmals angezogen sind.
KI verursacht ein Speicherdilemma
Die steigenden DRAM-Preise zeigen seit Ende 2025 auch Auswirkungen auf das PC-Angebot. Um die Preise halbwegs stabil zu halten, werden viele Desktop-PCs und Notebooks nun wieder mit lediglich 8 GiB Arbeitsspeicher angeboten. Vor einem Jahr hatten die Hersteller zumeist 16 GiB RAM geboten, was in Anbetracht der Inflation an KI-Funktionen auch Sinn macht. Dabei sind 8 GiB für Windows 11 das absolute Minimum, damit das System halbwegs vernünftig läuft. Doch leider finden sich am Markt inzwischen wieder vermehrt Angebote für Windows-PCs mit nur 4 GiB Arbeitsspeicher, die zwangsweise im eingeschränkten S-Modus von Windows 11 laufen. Von diesen vermeintlichen Schnäppchen sollte man unbedingt die Finger lassen!
Während die PCs der Benutzer für all die neuen KI-Funktionen eigentlich mehr Arbeitsspeicher benötigen, kaufen die KI-Firmen weiterhin die Speichermärkte leer, denn die gewaltigen KI-Rechenzentren benötigen neben Unmengen an Strom und Wasser auch Unmengen an Arbeits- und Festspeicher, KI-Prozessoren und Netzwerktechnik. Und so steigen die Preise für DRAM, SSDs, Festplatten und viele andere Produkte immer weiter. Ja, in Servern kommen in der Regel andere Speicherchips zum Einsatz als in Desktop-PCs, Notebooks oder Smartphones. Und genau deswegen verlagern immer mehr Hersteller ihren Produktionsschwerpunkt. Im Dezember 2025 hatte Micron angekündigt, seine Endkundenmarke Crucial nach 29 Jahren einzustellen, um sich auf Serverprodukte konzentrieren zu können.

Die Kurse am Spot-Markt
Der Kurs des modernen Speichertyps DDR5-4800/5600 16Gb 2Gx8 wird von uns seit März 2024 beobachtet, er lag am Freitag zum Handelsschluss bei 61,500 US-Dollar und damit um 6,34 Prozent über dem Stand von September 2026. Betrachten wir die letzten zwölf Monate (+123,59%; +75,41%; +7,23%; +25,87%; +3,91%; -1,69%; +2,78%; +7,79%; +12,85%; +6,91%; +7,69%; +7,26%), so gab es nur im März 2026 eine kurze Erholungsphase. Inzwischen steigt der Kurs wieder kontinuierlich an und liegt um 297,08 Prozent über dem Vorjahreswert.
Der Speichertyp DDR4-3200 16Gb 2Gx8 ist am Spot-Markt mit 82,796 US-Dollar rund 1,35-mal teurer als sein DDR5-Pendant. Sein Kurs ist binnen Monatsfrist um 1,03 Prozent gefallen und auch im September 2026 gab es bereits ein Minus von 8,85 Prozent. Offenbar hat der Markt hier seine Schmerzgrenze erreicht. Blicken wir auf die Kurssprünge der letzten elf Monate (+125,30%; +66,67%; +51,74%; +22,2%; -0,50%; +4,75%; -16,46%; -2,46%; +21,18%; +10,11%; +13,03%), zeigt sich eine etwas längere Erholungsphase zwischen Januar und April 2026, doch zwischen Juni und August 2026 kam es abermals zu zweistelligen Aufschlägen. Der Jahresvergleich liefert einen Kursanstieg um 224,69 Prozent.
Halbieren wir die Speicherkapazität, so musste man für die Variante DDR4-3200 8Gb 1Gx8 am vergangenen Freitag durchschnittlich 46,864 US-Dollar bezahlen (+1,17%). Analog zu den 16Gb-Chips gab es auch hier ein Abflachen des monatlichen Kursanstiegs (+71,75%; +57,77%; +52,09%; +27,78%; +1,94%; +7,94%; -4,41%; +2,46%; +8,11%; +14,17%; +7,95%; +4,40%), das allerdings schwächer ausfiel und verzögert einsetzte. Weniger Speicherkapazität ist für die Einkäufer weiterhin eine Option, doch viel Spielraum scheint es auch hier nicht mehr zu geben. Im Jahresvergleich liegt der Aufschlag derzeit bei 365,01 Prozent.
Als Auslaufmodell beobachten wir die 4Gb-Chips nur noch in der Variante DDR3-1600/1866 4Gb 512Mx8, sie wurden zuletzt für durchschnittlich 14,078 US-Dollar (+2,61%) gehandelt. Der Kurs dieser Chips ist über elf Monate kontinuierlich gestiegen (+56,03%; +7,43%; +11,61%; +28,7%; +8,02%; +32,62%; +11,86%; +11,07%; +31,38%; +9,45%; +5,15%), da die PC-Hersteller aufgrund des unerbittlichen Preisdrucks wieder auf DDR3-Speicher zurückgegriffen hatten. Erst im September 2026 kam es zu einem geringfügigen Kursrückgang um 0,97 Prozent. Im Jahresvergleich addieren sich die Aufschläge auf 322 Prozent und machen diese Chips zunehmend unattraktiv.
Die Endkundenpreise in Deutschland
Betrachten wir die Preisentwicklung typischer DDR4-3200 32-GiB-Speicher-Kits aus zwei 16-GiB-Riegeln, so sind die Preise für lagernde Ware seit Dezember 2024 von rund 50 bis 70 Euro auf 260 bis über 360 Euro angestiegen. Nachdem die Preise zwischen April und August 2026 recht konstant geblieben waren, gab es seither einen Aufschlag von rund 30 Prozent. Für DDR4-3200 16-GiB-Speicher-Kits aus zwei 8-GiB-Riegeln musste man Ende 2024 rund 30 Euro bezahlen, heute sind es mehr als 130 Euro (August 2026: ab 110 Euro; +18%). Typische DDR5-5200 bzw. DDR5-5600 32-GiB-Speicher-Kits aus zwei 16-GiB-Riegeln konnte man im Dezember 2024 für 90 bis 100 Euro erwerben, heute starten die Preise bei rund 500 Euro und reichen bis weit über 650 Euro. Im August 2026 konnte man einige Kits noch für unter 400 Euro bekommen, somit gab es auch bei den DDR5-Modulen einen erneuten Preisanstieg um knapp 30 Prozent.
Wechselkurs und Ausblick
Bleibt noch die Frage nach dem Wechselkurs, denn Arbeitsspeicher wird in US-Dollar gehandelt: Am Freitag hatte ein Euro den Gegenwert von 1,1205 US-Dollar und notierte damit um 3,24 Prozent schwächer als im Vormonat. Dieser Wert liegt zugleich um 3,15 Prozent unter dem Vorjahreskurs. Keine der aktuellen Krisen (KI-Ausbau, Iran-Krieg, Ukraine-Krieg) konnte gelöst werden und es sieht auch nicht aus, als ob dies bald geschehen wird. Somit bleiben wir im Krisenmodus und die Preise sehr, sehr hoch.
Bezüglich der genannten Preise bitten wir zu beachten, dass zwischen einzelnen Chips und den mit diesen bestückten Modulen zu unterscheiden ist. Da die Chips zunächst verarbeitet und danach verschifft werden, vergehen normalerweise einige Wochen, bevor sich Kursschwankungen am Spot-Markt auf die hiesigen Preise von Speichermodulen auswirken.