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AMD Ryzen startet am 2. März 2017 im B-Stepping

reported by doelf, Donnerstag der 23.02.2017, 14:29:10 Uhr

Dr. Lisa Su hat es geschafft: AMDs Hoffnungsträger Ryzen kommt am 2. März 2017 in den Handel und die Aktie des krisengeplagten Unternehmens ist in den vergangenen Monaten von 1,93 auf 14,27 US-Dollar geschossen. Anlässlich des "Ryzen Tech Day" bestätigte Su, dass Ryzen mit den drei schnellsten Varianten (Modellreihe 7) im überarbeiteten B-Stepping starten wird. Vorbestellungen sind ab sofort möglich und frische Benchmarks dürften bei Intel für Panik sorgen.

In Hinblick auf die Instruktionen pro Taktzyklus ist Ryzen um mehr als 52 Prozent schneller als Excavator. Damit hat AMD sein von vielen bereits als sehr ambitioniert erachtetes Ziel von 40 Prozent Mehrleistung klar übertroffen. In der 8-Kern-Ausführung, welche AMD als "Ryzen 7" bezeichnet, stecken über 4,8 Milliarden Transistoren und mehr als 2 km Leiterbahnen. Laut Dr. Lisa Su wird diese Ausführung bereits in großen Mengen gefertigt, denn AMD will mit aller Macht Marktanteile zurückgewinnen.

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Die folgenden drei Versionen des Ryzen 7 können ab sofort vorbestellt werden:

Benchmarks: Ryzen macht den Broadwell E platt
In Cinebench 15 (multithreaded) erreicht der Ryzen 7 1700X einen Wert von 1.537 Punkten und schlägt Intels Core i7-6900K (Broadwell E mit acht Kernen und 140 Watt TDP), der auf 1.474 Punkte kommt, um 4,27 Prozent. Doch während Intel für seinen Core i7-6900K Preise zwischen 1.089 und 1.109 US-Dollar empfiehlt, steht der Ryzen 7 1700X mit 399 US-Dollar auf AMDs Preisliste. Der Core i7-6800K (Broadwell E mit sechs Kernen und 140 Watt TDP) ist mit 434 bis 441 US-Dollar preislich näher am Ryzen 7 1700X dran, kommt aber auch nur auf 1.108 Punkte - der Ryzen 7 1700X ist somit um 38,72 Prozent schneller.

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Doch bei AMD markiert erst das neue Flaggschiff Ryzen 7 1800X das Ende der Fahnenstange und dieses bringt es in Cinebench 15 (multithreaded) auf 1619 Punkte. Damit ist der Ryzen 7 1800X um 9,84 Prozent schneller als Intels Core i7-6900K und um 46,12 Prozent schneller als ein Core i7-6800K. Nutzt Cinebench 15 nur einen einzelnen Thread, liegen Ryzen 7 1800X und Core i7-6900K gleichauf bei 162 Punkten. Somit kitzeln AMDs Prozessoren nicht nur aus moderner Multi-Threaded-Software das Maximum heraus, sondern liegen auch bei älteren Programmen auf Augenhöhe mit Intel.

Mit einer TDP von 65 Watt und einem Listenpreis von 329 US-Dollar macht der Ryzen 7 1700 acht CPU-Kerne massentauglich. Diese CPU tritt gegen Intels Core i7-7700K (Kaby Lake mit vier Kernen und 91 Watt TDP für 339 bis 350 US-Dollar) an. In Cinebench 15 (multithreaded) ist der Ryzen 7 1700 mit 1.410 Punkten um 45,81 Prozent schneller als der Core i7-7700K mit 967 Punkten. Auf einen Durchlauf mit einem einzelnen Thread hat AMD verzichtet, denn aufgrund der höheren Taktrate hätte der Core i7-7700K diesen mit Sicherheit gewonnen, was Lisa Su im Rahmen der Vorführung auch eingesteht.

Für Intel ist das dennoch ein riesengroßes Problem, denn AMD bietet nicht nur die schnellsten 8-Kern-CPUs, sondern verkauft diese auch noch für seine Mainstream-Plattform mit einer moderaten Abwärme von 65 bis 95 Watt. Wer von Intel mehr als vier Kerne will, muss zur teuren Enthusiasten-Plattform auf Basis des Broadwell E greifen und mit 140 Watt TDP leben. Sicher, der Broadwell E bietet einige Vorzüge: So protzt Intel mit vier Speicherkanälen (Ryzen: 2) und 40 PCIe-3.0-Lanes (Ryzen: 24), doch diese Vorzüge rechnen sich in der Praxis nur selten. Unserer Meinung nach ist AMDs Paket deutlich attraktiver.

Zu den 24 PCIe-3.0-Lanes des Ryzen sei noch angemerkt, dass davon 16 für bis zu zwei Grafikkarten reserviert sind. Über vier weitere wird der Chipsatz angebunden und die restlichen vier steuern schnelle SSDs an. Wer Crossfire- oder SLI-Gespanne aus zwei leistungsstarken Grafikkarten verwenden möchte, mag jetzt die Nase rümpfen, doch selbst überzeugte Gamer setzen heutzutage lieber auf eine einzelne Grafikkarte. Zu häufig hatten die GPU-Gespanne in der Vergangenheit Probleme bereitet und zu oft waren die Leistungsvorteile zu gering gewesen. Dennoch: Der Broadwell E hat hier einen architektonischen Vorteil.

Im abschließenden Vergleich treten Ryzen 7 1700X und Core i7-7700K zum Handbrake-Duell an. Für die Videokonvertierung von 4K 60fps nach 1080p 30fps benötigt AMDs Prozessor 61,8 Sekunden, während Intels CPU nach 71,8 Sekunden fertig ist. Dieses Ergebnis ist weniger überraschend, schließlich profitiert gerade ein Video-Tool wie Handbrake von zusätzlichen Kernen und Threads. Der Ryzen 7 1700X ist hier doppelt so gut bestückt und kostet auch etwas mehr als Intels Kaby Lake.

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Lisa Su geht auch auf das Thema Motherboard ein. Alle wichtigen Mainboard-Hersteller seien bei Ryzen mit an Bord und hätten bereits 82 Hauptplatinen geplant. 19 PC-Anbieter werden zum Marktstart eigene Ryzen-Systeme verkaufen, bis zum Ende des Quartals sollen es 200 sein. Die Gaming-Maschinen der großen OEM-Hersteller sollen bis zum Sommer erhältlich sein und auch hier will AMD alle großen Namen für Ryzen gewonnen haben.

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