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DVB-T: Die Abschaltung hat begonnen

reported by doelf, Mittwoch der 29.03.2017, 09:00:38 Uhr

Viele Fernsehapparate, die ihr Programm über eine terrestrische Dach- oder Zimmerantenne empfangen, bleiben heute morgen schwarz. Der Grund hierfür ist die Abschaltung der ersten DVB-T-Sendestationen im Rahmen der Umstellung auf "DVB-T2 HD". Betroffen sind 18 Ballungsräume, nämlich Bremen-Unterweser, Hamburg-Lübeck, Kiel, Rostock, Schwerin, Hannover-Braunschweig, Magdeburg, Berlin, Potsdam, Jena, Leipzig-Halle, Düsseldorf-Rhein-Ruhr, Köln-Bonn-Aachen, Rhein-Main, Saarbrücken, Baden-Baden, Stuttgart, Nürnberg und München-Südbayern. Abhilfe schafft nur die Anschaffung neuer Geräte.

Warum wird der Übertragungsstandard gewechselt?
Der Wechsel zu DVB-T2 HD ermöglicht hochauflösendes Fernsehen und somit eine bessere Bildqualität. Hier waren die Verbreitungswege Internet, Kabel und Satellit bereits vorangeschritten, lediglich das terrestrische Fernsehen war bisher noch auf die Standardauflösung festgenagelt. Und obwohl mehr Bilddaten übertragen werden, benötigen diese weniger Bandbreite. Dies gelingt durch den Einsatz des Komprimierungsverfahrens "High Efficiency Video Coding" (HEVC), auch bekannt als H.265. Somit bleibt trotz der gesteigerten Qualität auch Platz für weitere Programme.

Was wird geboten?
Die Umstellung hatte bereits im Juni 2016 mit dem Testbetrieb von sechs Programmen in den größten Ballungsräumen begonnen, inzwischen wird DVB-T2 HD von 69 Sendestationen ausgestrahlt und verspricht im Endausbau 40 Programme in voller HD-Auflösung. Allerdings werden nur die öffentlich-rechtlichen Anbieter (Das Erste, One, ARD alpha, ZDF, ZDF neo, ZDF info, 3sat, arte, phoenix, tagesschau 24, KiKA, BR, hr, mdr, NDR, radio bremen, rbb, SR, SWR und WDR) dauerhaft unverschlüsselt senden, die Ausstrahlung der Privatsender (RTL, RTL II, RTL Nitro, Super RTL, SAT.1, SAT.1 Gold, ProSieben, ProSiebenMAXX, kabel eins, VOX, Tele 5, DMAX, Sixx, nickelodeon, N24, n-tv, sport1 und Eurosport 1) wird zum 1. Juli 2017 verschlüsselt. Die privaten Anbieter begründen diesen Schritt mit vergleichsweise hohen Kosten pro Zuschauer, welche sie in DVB-T2 investieren müssen. Ähnlich hatten die Privatsender bei der Einführung des hochauflösenden Satellitenfernsehens argumentiert, welches ebenfalls kostenpflichtig ist. Lediglich private Werbestationen wie bibel.TV, HSE24 und QVC gehen unverschlüsselt auf Kunden- bzw. Seelenfang.

Worauf muss man beim Gerätekauf achten?
Das neue Empfangsgerät, also der Fernseher oder Receiver, muss das Logo "DVB-T2 HD" tragen. Eine Kennzeichnung mit "DVB-T2" reicht nicht aus, denn die in Deutschland genutzte Umsetzung basiert auf dem Video-Codec HEVC (H.265). Frühere Umsetzungen von DVB-T2 beherrschten allerdings nur MPEG-4 AVC (H.264), so dass man insbesondere bei Gebrauchtgeräten ganz genau hinschauen muss. Wer nicht auf die Privatsender verzichten möchte, benötigt zudem einen Steckplatz für ein CI+ Modul. Dieses CI+ Modul wird die Privatsender ab dem 1. Juli 2017 entschlüsseln, es kann über freenet.tv bezogen werden und kostet 79,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Zwanzig Euro weniger kostet der "freenet TV USB TV-Stick" für PCs. Die Jahresgebühr für den Empfang der Privatsender über DVB-T2 HD beläuft sich auf 69 Euro. Die Antenne muss in der Regel nicht ausgetauscht werden. Die Praxis zeigt allerdings, dass die hochkomprimierten Datenpakete in problematischen Empfangslagen eher zu Fehlern neigen.

Wie geht es weiter?
Mit der heutigen Aufnahme des Regelbetriebs von DVB-T2 HD haben sich die privaten Anbieter aus der DVB-T-Verbreitung verabschiedet. Dies verwundert nicht, denn diese Sender wurden ohnehin nur in den Ballungsräumen terrestrisch ausgestrahlt. Außerhalb der Ballungsräume bleiben die öffentlich-rechtlichen Programm vorerst noch auf Sendung, doch auch in mittelgroßen Städten soll DVB-T als Verbreitungsweg bis Ende 2017 wegfallen. Lediglich im ländlichen Raum kann sich die Umstellung noch bis Mitte 2019 hinziehen. Weitere Details zum Fahrplan der Umstellung finden sich unter dvb-t2hd.de.

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