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DRAM-Preise: DDR4-Chips werden billiger, DDR5 und DDR3 teurer

Meldung von doelf, Dienstag der 28.04.2026, 14:53:22 Uhr

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Der Baum-Boom bei KI-Rechenzentren treibt die DRAM-Kurse am Spot-Markt in Taiwan bereits seit Sommer 2025 in die Höhe. Nicht nur Speicherchips, auch SSDs, Festplatten, Platinen, elektrische Bauelemente, Baumaterial und Energie sind durch den KI-Ausbau massiv teurer geworden. Doch inzwischen stocken viele Bauvorhaben, da auch für Spitzenpreise weder Material noch Personal zu finden ist und das Geld bei den Investoren auch nicht mehr so locker sitzt. Der Iran-Krieg hat die Versorgung mit fossilen Energieträgern teilweise zum Erliegen gebracht, die Weltwirtschaft ächzt unter den hohen Energiepreisen und die KI-Firmen streichen aufgrund hoher Verluste ihre Angebote zusammen. Das alles nimmt Druck von den Speicherkursen.

KI verursacht ein Speicherdilemma
Die steigenden DRAM-Preise zeigen seit Ende 2025 auch Auswirkungen auf das PC-Angebot. Um die Preise halbwegs stabil zu halten, werden viele Desktop-PCs und Notebooks nun wieder mit lediglich 8 GiB Arbeitsspeicher angeboten. Vor einem Jahr hatten die Hersteller zumeist 16 GiB RAM geboten, was in Anbetracht der Inflation an KI-Funktionen auch Sinn macht. Dabei sind 8 GiB für Windows 11 das absolute Minimum, damit das System halbwegs vernünftig läuft. Doch leider finden sich am Markt inzwischen wieder vermehrt Angebote für Windows-PCs mit nur 4 GiB Arbeitsspeicher, die zwangsweise im eingeschränkten S-Modus von Windows 11 laufen. Von diesen vermeintlichen Schnäppchen sollte man unbedingt die Finger lassen!

Während die PCs der Benutzer für all die neuen KI-Funktionen mehr Arbeitsspeicher benötigen, kaufen die großen KI-Firmen derzeit die Speichermärkte leer, denn die gewaltigen KI-Rechenzentren benötigen neben Unmengen an Strom auch Unmengen an Arbeits- und Festspeicher. Und so steigen die Preise für DRAM, SSDs und Festplatten immer weiter. Ja, in Servern kommen in der Regel andere Speicherchips zum Einsatz als in Desktop-PCs, Notebooks oder Smartphones. Und genau deswegen verlagern immer mehr Hersteller ihren Produktionsschwerpunkt. Im Dezember 2025 hatte Micron angekündigt, seine Endkundenmarke Crucial nach 29 Jahren einzustellen, um sich auf Serverprodukte konzentrieren zu können.

DRAM-Kurse

Die Kurse am Spot-Markt
Der Kurs des modernen Speichertyps DDR5-4800/5600 16Gb 2Gx8 wird von uns seit März 2024 beobachtet, er lag heute zu Handelsschluss bei 38,500 US-Dollar und damit um 2,78 Prozent über dem Stand von März 2026. Betrachten wir die letzten fünf Monate (+123,59%; +75,41%; +7,23%; +25,87%; +3,91%; -1,69%), so ebbt die massive Preisexplosion so langsam ab und pegelt sich auf ihrem sehr hohen Niveau ein. Schon von Februar bis September 2025 (-0,24%; +3,55%; +8,16%; +4,23%; +9,73%; +0,88%; -0,87%; +14,55%) hatte die Tendenz klar nach oben gezeigt, allerdings mit wesentlich geringerem Sprüngen. Aktuell liegt der DDR5-Kurs um 596,96 Prozent über dem Vorjahreswert.

Der Speichertyp DDR4-3200 16Gb 2Gx8 ist am Spot-Markt mit 62,391 US-Dollar rund 1,6-mal teurer als sein DDR5-Pendant. Auch bei diesen Chips hatte sich die Teuerungsrate zwischen Oktober 2025 und März 2026 verlangsamt (+125,30%; +66,67%; +51,74%; +22,2%; -0,50%; +4,75%). Jetzt, im April, ging es dann erstmals deutlich herunter und zwar um 16,46 Prozent. Diese Korrektur war abzusehen, denn bereits zum Jahresanfang hatten wir angemerkt, dass bei diesen Chips die Schmerzgrenze überschritten wurde. Der Jahresvergleich liefert weiterhin einen extremen Kursanstieg um 1.560,22 Prozent.

Halbieren wir die Speicherkapazität, so musste man für die Variante DDR4-3200 8Gb 1Gx8 am heutigen Dienstag durchschnittlich 32,500 US-Dollar bezahlen. Analog zu den 16Gb-Chips gibt es auch hier ein Abflachen des monatlichen Kursanstiegs (Oktober: +71,75%; November: +57,77%; Dezember: +52,09%; Januar 2026: +27,78%; Februar: +1,94%; März: +7,94%), doch das Minus im April fällt mit 4,41 Prozent etwas geringer aus. Da inzwischen zwei DDR4-8Gb-Chips wieder teurer als ein DDR4-16Gb-Chip sind, dürfte in den kommenden Wochen eine Korrektur nach unten erfolgen. Im Jahresvergleich fällt der Aufschlag mit 1.684,73 Prozent etwas höher aus als bei den DDR4-16Gb-Chips.

Als Auslaufmodell beobachten wir die 4Gb-Chips nur noch in der Variante DDR3-1600/1866 4Gb 512Mx8, sie wurden zuletzt für durchschnittlich 8,250 US-Dollar gehandelt. Der Kurs dieser Chips ist zwischen März 2025 und April 2026 (+11,37%; +4,58%; +21,21%; +31,30%; +14,10%; +16,63%; +13,30%; +56,03%; +7,43%; +11,61%; +28,7%; +8,02%; +32,62%; +11,86%) kontinuierlich angewachsen, da PC-Hersteller aufgrund des unerbittlichen Preisdrucks inzwischen wieder auf DDR3-Speicher ausweichen, dieser aber nur noch in geringen Mengen gefertigt wird. Im Jahresvergleich addieren sich die Aufschläge auf 825,93 Prozent.

Die Endkundenpreise in Deutschland
Betrachten wir die Preisentwicklung typischer DDR4-3200 32-GiB-Speicher-Kits aus zwei 16-GiB-Riegeln, so sind die Preise für lagernde Ware seit Dezember 2024 von rund 50 bis 70 Euro auf 200 bis weit über 300 Euro angestiegen (Januar 2026: ab 250 Euro). Für DDR4-3200 16-GiB-Speicher-Kits aus zwei 8-GiB-Riegeln musste man vor einem Jahr rund 30 Euro bezahlen, heute sind es mehr als 120 Euro (Januar 2026: ab 125 Euro). Typische DDR5-5200 bzw. DDR5-5600 32-GiB-Speicher-Kits aus zwei 16-GiB-Riegeln konnte man im Dezember 2024 für 90 bis 100 Euro erwerben, heute starten die Preise bei rund 365 Euro und reichen bis weit über 500 Euro (Januar 2026: ab 390 Euro). Die Endkundenpreisen bewegen sich in etwa auf dem Niveau von März und sind im Vergleich zu Januar und Februar 2026 leicht gefallen.

Wechselkurs und Ausblick
Bleibt noch die Frage nach dem Wechselkurs, denn Arbeitsspeicher wird in US-Dollar gehandelt: Gestern hatte ein Euro den Gegenwert von 1,1721 US-Dollar und notierte damit um 1,84 Prozent stärker als im Vormonat. Dieser Wert liegt zugleich um 2,73 Prozent über dem Vorjahreskurs. In Anbetracht der heftigen Sprünge am Speichermarkt spielt der Wechselkurs jedoch nur eine kleine Nebenrolle. Was den Ausblick auf die kommenden Monate betrifft, gibt es noch lange kein Licht am Ende des Tunnels. Der rasante Kursanstieg ist zwar gestoppt, doch was passiert, wenn die fossilen Energieträger wieder in der gewohnten Menge zur Verfügung stehen, ist schwer abzusehen. Für eine echte Konsolidierung der KI-Branche scheint es uns noch zu früh, insofern könnte der Wahnsinn bald wieder Fahrt aufnehmen.

Bezüglich der genannten Preise bitten wir zu beachten, dass zwischen einzelnen Chips und den mit diesen bestückten Modulen zu unterscheiden ist. Da die Chips zunächst verarbeitet und danach verschifft werden, vergehen normalerweise einige Wochen, bevor sich Kursschwankungen am Spot-Markt auf die hiesigen Preise von Speichermodulen auswirken.

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