DRAM-Preise: Der Irrsinn geht (leider) weiter
Meldung von doelf, Montag der 22.09.2025, 14:29:04 UhrDieser Sommer hatte die Kurse für DRAM-Chips am Spot-Markt in Taiwan auf eine wahre Achterbahnfahrt geschickt. Im August sah es dann aus, als hätte der Irrsinn ein Ende gefunden, doch auch im Herbst geht es nun turbulent weiter. Der September brachte nochmals Aufschläge zwischen 13,30 und 24,17 Prozent und erst einmal ist kein Ende abzusehen. Ein Blick auf die aktuellen Angebote für Notebooks und Komplett-PCs zeigt, dass beim Arbeitsspeicher wieder gegeizt wird. Doch wer dem Support-Ende von Windows 10 mit einem neuen Computer begegnen wird, sollte die Finger von Einstiegsmodellen mit 4 GiB RAM lassen. 16 GiB sollten es sein! Und dank verlöteter Speicherchips ist ein späteres Aufrüsten, insbesondere bei Notebooks, oftmals nicht möglich.

Der Kurs des modernen Speichertyps DDR5-4800/5600 16Gb 2Gx8 wird von uns seit März 2024 beobachtet. Heute lag er im Durchschnitt bei 6,927 US-Dollar und damit um deutliche 14,55 Prozent über dem Wert des Vormonats. Nach einem stetigen Anstieg zwischen Februar und Juni 2025 (-0,24%; +3,55%; +8,16%; +4,23%; +9,73%) war es im Juli (+0,88%) und August (-0,87%) zu einer Seitwärtsbewegung gekommen, doch die Hoffnung auf eine Normalisierung hat sich leider nicht erfüllt. Der Blick auf den Vorjahreskurs zeigt einen Aufschlag um 39,29 Prozent. Das ist zwar bei Weitem nicht so schlimm wie bei den DDR4-Chips, macht sich aber dennoch im Preis und der Speicherausstattung von Notebooks und Komplett-PCs bemerkbar.
Der Speichertyp DDR4-3200 16Gb 2Gx8 wurde heute für durchschnittlich 11,318 US-Dollar gehandelt, was einem kräftigen Aufschlag von 24,17 Prozent entspricht. Zwischen März und Juni 2025 hatten wir immer kräftigere Aufschläge von 9,41, 16,64, 23,47 und 83,99 Prozent notiert. Der Juli ließ den Kurs dann auf dem extrem hohen Niveau stagnieren (+0,62%) und im August stieg er dann um weitere 6,11 Prozent an. Beim Blick auf den Vorjahreskurs zeigt sich eine Verteuerung um stolze 245,90 Prozent. Nochmals um 60,63 Prozent teurer sind Chips der Variante DDR4-3200 16Gb 1Gx16. Ihr Kurs liegt heute bei 18,180 US-Dollar (+19,22%), nachdem wir für August einen Rückgang von 3,79 Prozent vermerkt hatten.
Der durchschnittliche Kurs der Variante DDR4-3200 8Gb 1Gx8 ist im Monatsvergleich um 20,87 Prozent gestiegen und liegt derzeit bei 5,868 US-Dollar. Die Monate März bis Juni 2025 hatten beachtliche Aufschläge von 12,10, 12,34, 31,03 und 113,75 Prozent gebracht, doch auch diese stoppten im Juli (+0,45%). Im August folgte dann ein Minus von 5,23 Prozent und sorgt für ein wenig Hoffnung, die sich nun zerschlagen hat. Ziehen wir das Vorjahr zum Vergleich heran, beläuft sich die Preissteigerung inzwischen auf 242,16 Prozent und liegt damit auf einem vergleichbaren Niveau zu den 16Gb-Chips.
Als Auslaufmodell beobachten wir die 4Gb-Chips nur noch in der Variante DDR3-1600/1866 4Gb 512Mx8 und deren Kurs ist um 13,30 Prozent auf 2,138 US-Dollar geklettert. Die Monate März bis August 2025 hatten hier Anstiege um 11,37, 4,58, 21,21, 31,30, 14,10 und 16,63 Prozent gebracht. Im Jahresvergleich addieren sich diese Aufschläge inzwischen auf 137,82 Prozent.
Wechselkurs und Ausblick
Bleibt noch die Frage nach dem Wechselkurs, denn Arbeitsspeicher wird in US-Dollar gehandelt: Gestern war ein Euro zum Handelsschluss 1,1746 US-Dollar wert und notierte damit um 1,20 Prozent stärker als im August 2025. Zieht man den Vorjahreskurs zu Rate, so hat der Euro 5,23 Prozent gewonnen. Dies mildert die aktuellen Hochkurse bei den DDR-Chips leider nur ein wenig ab. Aktuell würden wir wahlweise zu DDR5 greifen oder abwarten, denn das Preisniveau der DDR4-Chips liegt weit über der Schmerz- und Vernunftsgrenze.
Bezüglich der genannten Preise bitten wir zu beachten, dass hier von einzelnen Chips und keinesfalls von bestückten Modulen die Rede ist. Da diese Chips zunächst verarbeitet und danach verschifft werden, vergehen normalerweise einige Wochen, bevor sich Preisänderungen auch hierzulande bemerkbar machen.