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DRAM-Preise: Auch 2026 startet mit deutlichen Aufschlägen

Meldung von doelf, Montag der 26.01.2026, 20:03:25 Uhr

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Die Achterbahnfahrt für die DRAM-Chips hatte am Spot-Markt in Taiwan bereits im Sommer 2025 begonnen. Der Oktober 2025 brachte dann eine massive Preisexplosion, die auch zum Jahreswechsel noch kein Ende gefunden hat. Im Januar 2026 bewegten sich die Aufschläge je nach Chip-Typ zwischen 22,2 und 28,7 Prozent. Ausgerechnet die veralteten DDR3-4Gb-Chips verzeichneten dabei den stärksten Kursanstieg, da PC-Hersteller für günstige Computer wieder vermehrt auf den vor 19 Jahren (2007) eingeführten Speicherstandard zurückgreifen. Auch die hiesigen Endkundenpreise für typische DDR5- und DDR4-Kits sind weiter gestiegen.

KI verursacht ein Speicherdilemma
Die steigenden DRAM-Preise zeigen seit Ende 2025 auch Auswirkungen auf das PC-Angebot. Um die Preise halbwegs stabil zu halten, werden viele Desktop-PCs und Notebooks nun wieder mit lediglich 8 GiB Arbeitsspeicher angeboten. Vor einem Jahr hatten die Hersteller zumeist 16 GiB RAM geboten, was in Anbetracht der Inflation an KI-Funktionen auch Sinn macht. Dabei sind 8 GiB für Windows 11 das absolute Minimum, damit das System halbwegs vernünftig läuft. Doch leider finden sich am Markt inzwischen wieder vermehrt Angebote für Windows-PCs mit nur 4 GiB Arbeitsspeicher, die zwangsweise im eingeschränkten S-Modus von Windows 11 laufen. Von diesen vermeintlichen Schnäppchen sollte man unbedingt die Finger lassen!

Während die PCs der Benutzer für all die neuen KI-Funktionen mehr Arbeitsspeicher benötigen, kaufen die großen KI-Firmen derzeit die Speichermärkte leer, denn die gewaltigen KI-Rechenzentren benötigen neben Unmengen an Strom auch Unmengen an Arbeits- und Festspeicher. Und so steigen die Preise für DRAM, SSDs und Festplatten immer weiter. Ja, in Servern kommen in der Regel andere Speicherchips zum Einsatz als in Desktop-PCs, Notebooks oder Smartphones. Und genau deswegen verlagern immer mehr Hersteller ihren Produktionsschwerpunkt. Im Dezember 2025 hatte Micron angekündigt, seine Endkundenmarke Crucial nach 29 Jahren einzustellen, um sich auf Serverprodukte konzentrieren zu können.

DRAM-Kurse

Die Kurse am Spot-Markt
Der Kurs des modernen Speichertyps DDR5-4800/5600 16Gb 2Gx8 wird von uns seit März 2024 beobachtet, er lag zum Jahresbeginn 2026 bei 36,667 US-Dollar und damit um 25,87 Prozent über dem Stand von Ende Dezember 2025. Damit hat die Kurssteigerung wieder Fahrt aufgenommen, nachdem sie im Dezember 2025 auf 7,23 Prozent abgeebbt (November: +75,41%; Oktober: +123,59%) war. Bereits von Februar bis September 2025 (-0,24%; +3,55%; +8,16%; +4,23%; +9,73%; +0,88%; -0,87%; +14,55%) wies die Tendenz klar nach oben und inzwischen bewegen wir uns um stolze 680,98 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Der Speichertyp DDR4-3200 16Gb 2Gx8 ist Ende Januar 2026 mit 78,805 US-Dollar mehr als doppelt so teuer wie sein DDR5-Pendant. Bei diesen Chips hat sich die Teuerungsrate verlangsamt (Oktober: +125,30%; November: +66,67%; Dezember: +51,74%; Januar 2026: +22,2%), liegt aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Zudem hatten wir schon zwischen März und September 2025 (+9,41%; +16,64%; +23,47%; +83,99%; +0,62%; +6,11%; +24,17%) eine stetige Preissteigerung beobachtet, welche die der DDR5-Chips klar übertraf. Der Vergleich mit Januar 2025 zeigt einen Kursanstieg um unglaubliche 2.432,29 Prozent.

Halbieren wir die Speicherkapazität, so musste man für die Variante DDR4-3200 8Gb 1Gx8 am heutigen Tag durchschnittlich 30,900 US-Dollar bezahlen. Analog zu den 16Gb-Chips sehen wir nur ein leichtes Abflachen des monatlichen Kursanstiegs (Oktober: +71,75%; November: +57,77%; Dezember: +52,09%; Januar 2026: +27,78%). Zwischen März und September 2025 (+12,10%; +12,34%; +31,03%; +113,75%; +0,45%; -5,23%; +20,87%) hatten sich die 8Gb-Chips bereits stark verteuert, so dass sich der Kursanstieg im Jahresvergleich inzwischen auf 2.020,8 Prozent beläuft.

Als Auslaufmodell beobachten wir die 4Gb-Chips nur noch in der Variante DDR3-1600/1866 4Gb 512Mx8, sie wurden zuletzt für durchschnittlich 5,148 US-Dollar gehandelt. Der Kurs dieser Chips war zwischen März und Januar 2026 (+11,37%; +4,58%; +21,21%; +31,30%; +14,10%; +16,63%; +13,30%; +56,03%; +7,43%; +11,61%; +28,7%) kontinuierlich angewachsen, da PC-Hersteller aufgrund des unerbittlichen Preisdrucks inzwischen wieder auf DDR3-Speicher ausweichen. Im Jahresvergleich addieren sich die Aufschläge auf 569,44 Prozent.

Die Endkundenpreise in Deutschland
Betrachten wir die Preisentwicklung typischer DDR4-3200 32-GiB-Speicher-Kits aus zwei 16-GiB-Riegeln, so sind die Preise für lagernde Ware seit Dezember 2024 von rund 50 bis 70 Euro auf 250 bis weit über 300 Euro angestiegen (Anfang Dezember 2025: ab 170 Euro). Für DDR4-3200 16-GiB-Speicher-Kits aus zwei 8-GiB-Riegeln musste man vor einem Jahr rund 30 Euro bezahlen, heute sind es mehr als 125 Euro (Anfang Dezember 2025: ab 100 Euro). Typische DDR5-5200 bzw. DDR5-5600 32-GiB-Speicher-Kits aus zwei 16-GiB-Riegeln konnte man im Dezember 2024 für 90 bis 100 Euro erwerben, heute starten die Preise bei rund 390 Euro und reichen bis über 500 Euro (Anfang Dezember 2025: ab 250 Euro). Zudem fällt auf, dass extrem viele Angebote von neuen oder kaum bekannten Drittanbietern über ebay oder Amazon platziert werden.

Wechselkurs und Ausblick
Bleibt noch die Frage nach dem Wechselkurs, denn Arbeitsspeicher wird in US-Dollar gehandelt: Am 25. Januar 2026 hatte ein Euro den Gegenwert von 1,1889 US-Dollar und notierte damit um 1,20 Prozent höher als im Vormonat sowie um 13,20 Prozent über dem Vorjahreskurs. Das ist angesichts der Preisexplosion bei den DRAM-Chips aber nur einen Tropfen auf dem heißen Stein. Um den Ausblick auf die kommenden Monate mit dem Wort stockfinster zu bezeichnen, muss man keine Unke sein: Es wird noch teurer und es gibt auch kein Licht am Ende des Tunnels, nicht mal ein schwach flackerndes Streichholz. Erst wenn die KI-Blase platzt oder deutlich mehr Fertigungskapazitäten bereitstehen, wird sich die Situation wieder entschärfen.

Bezüglich der genannten Preise bitten wir zu beachten, dass zwischen einzelnen Chips und den mit diesen bestückten Modulen zu unterscheiden ist. Da die Chips zunächst verarbeitet und danach verschifft werden, vergehen normalerweise einige Wochen, bevor sich Kursschwankungen am Spot-Markt auf die hiesigen Preise von Speichermodulen auswirken.

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