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DRAM-Preise: Der Februar brachte etwas Beruhigung aber keine Entwarnung

Meldung von doelf, Montag der 23.02.2026, 16:51:07 Uhr

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Die Achterbahnfahrt für die DRAM-Chips hatte am Spot-Markt in Taiwan bereits im Sommer 2025 begonnen. Der Oktober 2025 brachte dann eine massive Preisexplosion, die auch zum Jahreswechsel noch kein Ende gefunden hatte. Erst der Februar 2026 mit seiner Zwangspause in Form des chinesischen Neujahrsfestes hat die Lage etwas beruhigt. DDR5- und DDR4-Chips sind in diesem Monat kaum teurer geworden, lediglich für die DDR3-Chips, einem vor 19 Jahren (2007) eingeführten Speicherstandard, fällt der Aufschlag mit 8,02 Prozent etwas deutlicher aus. Doch hier besteht im Vergleich zu den moderneren Varianten noch ein gewisser Aufholbedarf.

KI verursacht ein Speicherdilemma
Die steigenden DRAM-Preise zeigen seit Ende 2025 auch Auswirkungen auf das PC-Angebot. Um die Preise halbwegs stabil zu halten, werden viele Desktop-PCs und Notebooks nun wieder mit lediglich 8 GiB Arbeitsspeicher angeboten. Vor einem Jahr hatten die Hersteller zumeist 16 GiB RAM geboten, was in Anbetracht der Inflation an KI-Funktionen auch Sinn macht. Dabei sind 8 GiB für Windows 11 das absolute Minimum, damit das System halbwegs vernünftig läuft. Doch leider finden sich am Markt inzwischen wieder vermehrt Angebote für Windows-PCs mit nur 4 GiB Arbeitsspeicher, die zwangsweise im eingeschränkten S-Modus von Windows 11 laufen. Von diesen vermeintlichen Schnäppchen sollte man unbedingt die Finger lassen!

Während die PCs der Benutzer für all die neuen KI-Funktionen mehr Arbeitsspeicher benötigen, kaufen die großen KI-Firmen derzeit die Speichermärkte leer, denn die gewaltigen KI-Rechenzentren benötigen neben Unmengen an Strom auch Unmengen an Arbeits- und Festspeicher. Und so steigen die Preise für DRAM, SSDs und Festplatten immer weiter. Ja, in Servern kommen in der Regel andere Speicherchips zum Einsatz als in Desktop-PCs, Notebooks oder Smartphones. Und genau deswegen verlagern immer mehr Hersteller ihren Produktionsschwerpunkt. Im Dezember 2025 hatte Micron angekündigt, seine Endkundenmarke Crucial nach 29 Jahren einzustellen, um sich auf Serverprodukte konzentrieren zu können.

DRAM-Kurse

Die Kurse am Spot-Markt
Der Kurs des modernen Speichertyps DDR5-4800/5600 16Gb 2Gx8 wird von uns seit März 2024 beobachtet, er lag heute bei 38,100 US-Dollar und damit um 3,91 Prozent über dem Stand von Januar 2026. Betrachten wir die letzten vier Monate (+123,59%; +75,41%; +7,23%; +25,87%), so ebbt die massive Preisexplosion von Oktober und November 2025 so langsam ab. Auch von Februar bis September 2025 (-0,24%; +3,55%; +8,16%; +4,23%; +9,73%; +0,88%; -0,87%; +14,55%) hatte die Tendenz klar nach oben gezeigt, aber auf einem wesentlich geringerem Niveau. Aktuell liegt der DDR5-Kurs um 677,55 Prozent über dem Vorjahreswert.

Der Speichertyp DDR4-3200 16Gb 2Gx8 ist mit 78,409 US-Dollar mehr als doppelt so teuer wie sein DDR5-Pendant. Bei diesen Chips hatte sich die Teuerungsrate verlangsamt (Oktober: +125,30%; November: +66,67%; Dezember: +51,74%; Januar 2026: +22,2%) und für den Februar 2026 können wir nun sogar einen minimalen Kursrückgang um 0,50 Prozent notieren. Aufgrund der stetigen Preissteigerungen zwischen März und September 2025 (+9,41%; +16,64%; +23,47%; +83,99%; +0,62%; +6,11%; +24,17%) liefert der Jahresvergleich einen extremen Kursanstieg um 2.562,44 Prozent.

Halbieren wir die Speicherkapazität, so musste man für die Variante DDR4-3200 8Gb 1Gx8 am heutigen Tag durchschnittlich 31,500 US-Dollar bezahlen. Analog zu den 16Gb-Chips gibt es auch hier ein Abflachen des monatlichen Kursanstiegs (Oktober: +71,75%; November: +57,77%; Dezember: +52,09%; Januar 2026: +27,78%; Februar: +1,94%). Da sich die 8Gb-Chips bereits zwischen März und September 2025 (+12,10%; +12,34%; +31,03%; +113,75%; +0,45%; -5,23%; +20,87%) stark verteuert hatten, beläuft sich der Kursanstieg im Jahresvergleich inzwischen auf beachtliche 2.078,42 Prozent.

Als Auslaufmodell beobachten wir die 4Gb-Chips nur noch in der Variante DDR3-1600/1866 4Gb 512Mx8, sie wurden zuletzt für durchschnittlich 5,561 US-Dollar gehandelt. Der Kurs dieser Chips ist zwischen März 2025 und Februar 2026 (+11,37%; +4,58%; +21,21%; +31,30%; +14,10%; +16,63%; +13,30%; +56,03%; +7,43%; +11,61%; +28,7%; +8,02%) kontinuierlich angewachsen, da PC-Hersteller aufgrund des unerbittlichen Preisdrucks inzwischen wieder auf DDR3-Speicher ausweichen. Im Jahresvergleich addieren sich die Aufschläge auf 626,93 Prozent.

Die Endkundenpreise in Deutschland
Betrachten wir die Preisentwicklung typischer DDR4-3200 32-GiB-Speicher-Kits aus zwei 16-GiB-Riegeln, so sind die Preise für lagernde Ware seit Dezember 2024 von rund 50 bis 70 Euro auf 250 bis weit über 300 Euro angestiegen (Januar 2026: ab 250 Euro). Für DDR4-3200 16-GiB-Speicher-Kits aus zwei 8-GiB-Riegeln musste man vor einem Jahr rund 30 Euro bezahlen, heute sind es mehr als 120 Euro (Januar 2026: ab 125 Euro). Typische DDR5-5200 bzw. DDR5-5600 32-GiB-Speicher-Kits aus zwei 16-GiB-Riegeln konnte man im Dezember 2024 für 90 bis 100 Euro erwerben, heute starten die Preise bei rund 350 Euro und reichen bis über 500 Euro (Januar 2026: ab 390 Euro). Es bleibt festzuhalten, dass sich die Endkundenpreisen im Februar 2026 ebenfalls ein wenig entspannt haben.

Wechselkurs und Ausblick
Bleibt noch die Frage nach dem Wechselkurs, denn Arbeitsspeicher wird in US-Dollar gehandelt: Am 22. Februar 2026 hatte ein Euro den Gegenwert von 1,1795 US-Dollar und notierte damit um 0,79 Prozent schwächer als im Vormonat. Dieser Wert liegt zugleich um 12,75 Prozent über dem Vorjahreskurs. Das ist angesichts der Preisexplosion bei den DRAM-Chips leider nur einen Tropfen auf dem heißen Stein. Was den Ausblick auf die kommenden Monate betrifft, gibt es noch lange kein Licht am Ende des Tunnels. Der Markt für Speicherchips ist praktisch leergefegt, was Modul-Hersteller ohne eigene Chipproduktion an den Rand ihrer Existenz drängen wird. Es droht eine Marktbereinigung durch Lieferengpässe, was für Käufer die schlimmstmögliche Konstellation darstellt.

Bezüglich der genannten Preise bitten wir zu beachten, dass zwischen einzelnen Chips und den mit diesen bestückten Modulen zu unterscheiden ist. Da die Chips zunächst verarbeitet und danach verschifft werden, vergehen normalerweise einige Wochen, bevor sich Kursschwankungen am Spot-Markt auf die hiesigen Preise von Speichermodulen auswirken.

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