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Kein C: unter Windows 11 auf Samsung-PCs - Lösung und Ursache

Meldung von doelf, Dienstag der 17.03.2026, 19:33:18 Uhr

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Dass Samsung das Thema Software nicht wirklich beherrscht, hatte das südkoreanische Unternehmen in der Vergangenheit schon des Öfteren beweisen. Aktuell verursacht die Samsung Galaxy Connect-App haarsträubende Probleme auf Windows-PCs von Samsung. So ist kein Zugriff auf das nicht ganz unwichtige Laufwerk C: mehr möglich, wodurch auch der Start einiger unbedeutender Anwendungen wie Outlook, Microsoft Office, Webbrowser, Systemhilfsprogramme und Schnellhilfe blockiert wird. Auch die Fehlerprotokolle bleiben unerreichbar und Updates lassen sich nicht mehr deinstallieren.

Samsung: Ein Elektronikriese mit Defiziten bei der Software
Dass Samsung im Bereich der Hardware innovativ ist und eine sehr gute Qualität bietet, steht außer Frage. Dass die Südkoreaner beim Thema Software weniger versiert sind, ist ebenso bekannt. Insbesondere wenn es um die tieferen Ebenen von Betriebssystemen und Firmware geht, zeigte das Unternehmen immer wieder spektakuläre Aussetzer, hier eine Auswahl: Im Jahr 2013 hatten Fehler in der UEFI-Fimware dafür gesorgt, dass diverse Samsung-Notebooks beim Versuch, Linux zu starten, Selbstmord begingen. Tatsächlich wurde die Hauptplatine beschädigt und musste ausgetauscht werden. Die versprochenen UEFI-Updates wurden nie veröffentlicht und die Geräte stattdessen aus dem Support genommen (EOL). Im Jahr 2017 hatte der israelische Sicherheitsforscher Amihai Neiderman dem Betriebssystem Tizen, das Samsung für seine Smartwatches, TV-Geräte und Kameras einsetzt, einen katastrophalen Sicherheitsstandard bescheinigt. Laut Neiderman wirke der Quellcode, als wäre er von Laien programmiert und niemals von Fachleuten geprüft wurden. Der Verkauf von Smartphones auf Tizen-Basis wurde aufgrund des unfertigen Zustands der Software zu einem Misserfolg. Im Jahr 2020 beglückte Samsung seine Blu-ray-Player und Heimkinoanlagen mit einem fehlerhaften Firmware-Update, das die Geräte in eine Bootschleife schickte. Und weil Samsung bei seinen Fehlern stets sehr gründlich ist, mussten die Geräte für eine Wiederbelebung zur kostenlosen Reparatur eingeschickt werden. Und auch bei dieser lief dann nicht alles rund.

Das aktuelle Problem: Kein Zugriff auf Laufwerk C:
In diesem Monat ist es Samsung gelungen, auf den hauseigenen Windows-11-PCs den Zugriff auf das Laufwerk C: zu unterbinden. Das ist ärgerlich, denn auf C: liegen neben der Windows-11-Installation in der Regel auch die Programme und Daten. Nachdem der Fehler zunächst in den März-2026-Updates von Microsoft vermutet wurde, konnte man in Redmond Samsungs Galaxy Connect-App und den Samsung Continuity Service als Schuldigen identifizieren. Betroffen sind laut Microsoft die folgenden Computer:

  • Samsung Galaxy Book 4
  • Samsung Desktop NP750XGJ, NP750XGL, NP754XGJ, NP754XFG, NP754XGK, DM500SGA, DM500TDA, DM500TGA und DM501SGA

Den Fehler muss man manuell reparieren
Um ein betroffenes System zu retten, muss man zunächst Windows 11 starten und sich als Administrator anmelden. In den Einstellungen sind dann die Apps Samsung Galaxy Connect bzw. Samsung Continuity Service zu deinstallieren. Im Anschluss muss man die fehlerhaften Berechtigungen reparieren. Dazu empfiehlt Microsoft, über den Datei-Explorer schlicht und einfach jedem Nutzer Zugriff auf alle Inhalte des Datenträgers C: zu gewähren. Und da das keine gute Idee für den Dauerzustand ist, bastelt man sich zum Anschluss noch eine Batch-Datei, um die Standardberechtigungen der Windows-Installation wiederherzustellen. Eine detaillierte Anleitung findet sich bei Microsoft.

Die Ursache sitzt tiefer und ist komplexer
Tatsächlich ist die Galaxy Connect-App nicht die Ursache des Problems, sondern lediglich der Auslöser. Die eigentliche Ursache sind die Factory-Images für Samsungs PCs, die zumindest seit dem Jahr 2023 fehlerhaft sind. Entsprechende Warnungen hatte Samsung ebenso ignoriert wie Microsofts Ankündigungen, die Zügel im Rechtesystem von Windows fester anzuziehen. Wie man auf reddit nachlesen kann, weisen die Factory-Images von Samsung fehlerhafte ACLs (Access Control Lists) auf. So finden sich in der DACL (Discretionary Access Control List) Einträge, welche auf verwaiste SIDs (Security Identifier), die zu Domain-Strukturen oder lokale Benutzer, welche nur auf Samsungs Vor-Installationsumgebung existieren, gehören. PCs, welche mit solchen Factory-Images aufgesetzt wurden, laufen also von Hause aus mit Fehlern im Rechtesystem. Im Umkehrschluss sind Samsung-PCs, auf denen Windows 11 mit einem Microsoft-Image neu aufgesetzt wurde, nicht betroffen.

Wird nun die Galaxy Connect-App aktualisiert, versucht diese mit den verwaisten SIDs zu arbeiten, was Windows 11 neuerdings unterbindet und dabei zur Sicherheit auch gleich die fehlerhaften Berechtigungen entfernt. Somit haben tatsächlich die neuen Windows-Updates dafür gesorgt, dass die Berechtigungen für den Zugriff auf das Laufwerk C: verschwinden, doch sie haben das aus gutem Grund getan. Man könnte sagen, Microsoft hat Samsungs Fehler repariert und zugleich Windows 11 weitgehend unbrauchbar gemacht. Doch wer kann schon damit rechnen, dass ein großer Elektronikkonzern über Jahre und wider besseren Wissens fehlerhafte Factory-Images verwendet? Die Antwort lautet Microsoft, denn die Redmonder vergeben ihr Windows-11-Logo an ihre Partner, ohne deren Ware ausreichend auf Konformität zu prüfen. Klar, Microsoft macht konkrete Vorgaben, damit ja kein zu alter Prozessor verbaut wird, doch Mist, wie ihn Samsung hier verzapft hat, wird ignoriert. Abgesehen davon ist es aber auch nicht normal, allen Benutzern die Zugriffsrechte für C: zu entziehen, oder?

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