DRAM-Preise: Der März bringt Entspannung bei den 16Gb-Chips
Meldung von doelf, Sonntag der 29.03.2026, 15:34:45 UhrDie Achterbahnfahrt für die DRAM-Chips hatte am Spot-Markt in Taiwan bereits im Sommer 2025 begonnen. Der Oktober 2025 brachte dann eine massive Preisexplosion, die auch zum Jahreswechsel noch kein Ende gefunden hatte. Erst der Februar 2026 mit seiner Zwangspause in Form des chinesischen Neujahrsfestes hatte die Lage etwas beruhigt. Nun hat der März die Weltwirtschaft mit dem Iran-Krieg verschreckt und die Kurse der 16Gb-Chips geben etwas nach. Zugleich sind die DDR3-4Gb-Chips um rund ein Drittel teurer geworden, da weiterhin nach günstigeren Alternativen gesucht wird. Es stellt sich die Frage, ob die aktuelle Erdölkrise der ausufernden KI-Blase den Geldhahn abdrehen kann.
KI verursacht ein Speicherdilemma
Die steigenden DRAM-Preise zeigen seit Ende 2025 auch Auswirkungen auf das PC-Angebot. Um die Preise halbwegs stabil zu halten, werden viele Desktop-PCs und Notebooks nun wieder mit lediglich 8 GiB Arbeitsspeicher angeboten. Vor einem Jahr hatten die Hersteller zumeist 16 GiB RAM geboten, was in Anbetracht der Inflation an KI-Funktionen auch Sinn macht. Dabei sind 8 GiB für Windows 11 das absolute Minimum, damit das System halbwegs vernünftig läuft. Doch leider finden sich am Markt inzwischen wieder vermehrt Angebote für Windows-PCs mit nur 4 GiB Arbeitsspeicher, die zwangsweise im eingeschränkten S-Modus von Windows 11 laufen. Von diesen vermeintlichen Schnäppchen sollte man unbedingt die Finger lassen!
Während die PCs der Benutzer für all die neuen KI-Funktionen mehr Arbeitsspeicher benötigen, kaufen die großen KI-Firmen derzeit die Speichermärkte leer, denn die gewaltigen KI-Rechenzentren benötigen neben Unmengen an Strom auch Unmengen an Arbeits- und Festspeicher. Und so steigen die Preise für DRAM, SSDs und Festplatten immer weiter. Ja, in Servern kommen in der Regel andere Speicherchips zum Einsatz als in Desktop-PCs, Notebooks oder Smartphones. Und genau deswegen verlagern immer mehr Hersteller ihren Produktionsschwerpunkt. Im Dezember 2025 hatte Micron angekündigt, seine Endkundenmarke Crucial nach 29 Jahren einzustellen, um sich auf Serverprodukte konzentrieren zu können.

Die Kurse am Spot-Markt
Der Kurs des modernen Speichertyps DDR5-4800/5600 16Gb 2Gx8 wird von uns seit März 2024 beobachtet, er lag am Freitag bei 37,458 US-Dollar und damit um 1,69 Prozent unter dem Stand von Februar 2026. Betrachten wir die letzten fünf Monate (+123,59%; +75,41%; +7,23%; +25,87%; +3,91%), so ebbt die massive Preisexplosion so langsam ab und pegelt sich auf ihrem sehr hohen Niveau ein. Schon von Februar bis September 2025 (-0,24%; +3,55%; +8,16%; +4,23%; +9,73%; +0,88%; -0,87%; +14,55%) hatte die Tendenz klar nach oben gezeigt, allerdings auf einem wesentlich geringerem Niveau. Aktuell liegt der DDR5-Kurs um 606,75 Prozent über dem Vorjahreswert.
Der Speichertyp DDR4-3200 16Gb 2Gx8 ist mit 74,682 US-Dollar in etwa doppelt so teuer wie sein DDR5-Pendant. Auch bei diesen Chips hatte sich die Teuerungsrate zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 verlangsamt (+125,30%; +66,67%; +51,74%; +22,2%). Im Februar 2026 kam es dann zu einem minimalen Kursrückgang um 0,50 Prozent, der im März auf 4,75 Prozent angewachsen ist. Für die DDR4-Chips mit garantierter Taktrate ist die Schmerzgrenze überschritten, da die eTT-Chips ohne Taktgarantie nur einen Bruchteil kosten. Man darf also auf weitere Preiskorrekturen hoffen. Der Jahresvergleich liefert weiterhin einen extremen Kursanstieg um 2.217,88 Prozent.
Halbieren wir die Speicherkapazität, so musste man für die Variante DDR4-3200 8Gb 1Gx8 am Freitag durchschnittlich 34,000 US-Dollar bezahlen. Analog zu den 16Gb-Chips gibt es auch hier ein Abflachen des monatlichen Kursanstiegs (Oktober: +71,75%; November: +57,77%; Dezember: +52,09%; Januar 2026: +27,78%; Februar: +1,94%; März: +7,94%). Da der Trend, wieder weniger Arbeitsspeicher zu verbauen, anhält und zwei DDR4-8Gb-Chips weiterhin günstiger sind als ein DDR4-16Gb-Chip, gibt es hier noch Potential für Preissteigerungen. Auch im Jahresvergleich fällt der Aufschlag mit 1.997,47 Prozent geringer aus als bei den DDR4-16Gb-Chips.
Als Auslaufmodell beobachten wir die 4Gb-Chips nur noch in der Variante DDR3-1600/1866 4Gb 512Mx8, sie wurden zuletzt für durchschnittlich 7,375 US-Dollar gehandelt. Der Kurs dieser Chips ist zwischen März 2025 und Februar 2026 (+11,37%; +4,58%; +21,21%; +31,30%; +14,10%; +16,63%; +13,30%; +56,03%; +7,43%; +11,61%; +28,7%; +8,02%) kontinuierlich angewachsen, da PC-Hersteller aufgrund des unerbittlichen Preisdrucks inzwischen wieder auf DDR3-Speicher ausweichen. Der März 2026 brachte jetzt nochmals einen kräftigen Kursanstieg um 32,62 Prozent. Im Jahresvergleich addieren sich die Aufschläge auf 765,61 Prozent.
Die Endkundenpreise in Deutschland
Betrachten wir die Preisentwicklung typischer DDR4-3200 32-GiB-Speicher-Kits aus zwei 16-GiB-Riegeln, so sind die Preise für lagernde Ware seit Dezember 2024 von rund 50 bis 70 Euro auf 205 bis weit über 300 Euro angestiegen (Januar 2026: ab 250 Euro). Für DDR4-3200 16-GiB-Speicher-Kits aus zwei 8-GiB-Riegeln musste man vor einem Jahr rund 30 Euro bezahlen, heute sind es mehr als 115 Euro (Januar 2026: ab 125 Euro). Typische DDR5-5200 bzw. DDR5-5600 32-GiB-Speicher-Kits aus zwei 16-GiB-Riegeln konnte man im Dezember 2024 für 90 bis 100 Euro erwerben, heute starten die Preise bei rund 340 Euro und reichen bis über 500 Euro (Januar 2026: ab 390 Euro). Wie schon im Februar 2026 haben sich die Endkundenpreisen auch im März wieder ein wenig entspannt.
Wechselkurs und Ausblick
Bleibt noch die Frage nach dem Wechselkurs, denn Arbeitsspeicher wird in US-Dollar gehandelt: Am 27. März 2026 hatte ein Euro den Gegenwert von 1,1509 US-Dollar und notierte damit um 2,42 Prozent schwächer als im Vormonat. Dieser Wert liegt zugleich um 6,57 Prozent über dem Vorjahreskurs. In Anbetracht der heftigen Sprünge am Speichermarkt spielt der Wechselkurs jedoch nur eine kleine Nebenrolle. Was den Ausblick auf die kommenden Monate betrifft, gibt es noch lange kein Licht am Ende des Tunnels. Der Bau-Boom bei den KI-Rechenzentren hält weiter an und fegt ein Marktsegment nach dem anderen leer. Zugleich müssen die KI-Firmen so langsam beweisen, dass ihre Geschäftsmodelle in der realen Geschäftswelt tragfähig sind. Auf den Hype folgt bekanntlich die Konsolidierung und diese könnte früher einsetzen, als von vielen in der KI-Branche erhofft. Als Katalysator könnte hierbei ausgerechnet Donald Trump fungieren, dessen Zündeln im persischen Golf die Weltwirtschaft massiv unter Druck gesetzt hat. Angesichts fallender Kurse, steigender Kosten und einer anziehenden Inflation sitzt das von der KI gierig erwartete Geld nicht mehr so locker.
Bezüglich der genannten Preise bitten wir zu beachten, dass zwischen einzelnen Chips und den mit diesen bestückten Modulen zu unterscheiden ist. Da die Chips zunächst verarbeitet und danach verschifft werden, vergehen normalerweise einige Wochen, bevor sich Kursschwankungen am Spot-Markt auf die hiesigen Preise von Speichermodulen auswirken.