WhatsApp: EU-Bürger mit Spionage-Software überwacht
Meldung von doelf, Donnerstag der 06.02.2025, 13:33:28 UhrKnapp 100 EU-Bürger, darunter auch Journalisten und Aktivisten, wurden mit Hilfe der Spionage-Software Graphite
des israelischen Entwicklers Paragon Solutions
ausgespäht. Der Angriff erfolgte über WhatsApp in Form eines präparierten PDF-Dokuments. Wenn man dieses Dokument per Gruppenchat bekam, erfolgte eine Infektion des Smartphones - und das unabhängig davon, ob die PDF-Datei geöffnet wurde.
Der WhatsApp-Betreiber Meta hat den Angriff bestätigt und die betroffenen Nutzer informiert. Eine Namensliste wurde aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht. Bekannt ist lediglich, dass der italienische Journalist Francesco Cancellato zu den Ausspionierten gehört, er hat dies publik gemacht. Die italienische Cybersicherheitsbehörde ACN (Agenzia per la Cybersicurezza Nazionale) meldet indes, dass insgesamt sieben italienische Bürger betroffen sind. Auch ihr gegenüber wollte Meta keine Namen nennen. Dass die Ausspähaktion von italienischen Diensten ausging, verneint die ACN.
Die übrigen Betroffenen hatten sich bei WhatsApp mit Telefonnummern aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, der Tschechischen Republik und Zypern registriert. Weitere Informationen wollte Meta nicht herausgeben. Die britische Tageszeitung The Guardian berichtet, dass Meta eine Unterlassungsaufforderung an Paragon geschickt habe und aktuell weitere rechtliche Schritte prüfe. Unklar ist auch, welche Sicherheitslücken für den Angriff genutzt worden und wann bzw. ob diese geschlossen werden. Paragon Solutions
hat sich bisher nicht geäußert.