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Zur Sicherheit: Die USA verbieten de facto alle neuen Endkunden-Router

Meldung von doelf, Dienstag der 24.03.2026, 23:19:55 Uhr

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Router sind die Kisten in jeder Wohnung, die Computer, Telefone und Smarte-Geräte mit dem Internet verbinden, erklärte die Federal Communications Commission (FCC), welche in den USA für die Zulassung von Kommunikationsgeräten zuständig ist, am gestrigen Montag. Das ist zwar nicht falsch, technisch aber genauso einfältig wie eine neue Regelung, welche die Zulassung neuer Endkunden-Router untersagt, sofern diese Geräte nicht in den USA entwickelt, entworfen, montiert und gefertigt wurden sowie in den USA entwickelte, entworfene, montierte und gefertigte Sendemodule enthalten. Kein Router im Konsumentensegment erfüllt diese Anforderungen. Und selbst Updates für bereits verkaufte Geräte werden erschwert.

Das klingt völlig plemplem und kann daher nicht wahr sein? Doch, denn die FCC ist inzwischen eine gleichgeschaltete Deppen-Behörde, die solchen Unfug mit Phrasen wie following President Trump's leadership begründet. Und laut der FCC stellen die Kisten, die in jeder Wohnung, die Computer, Telefone und Smarte-Geräte mit dem Internet verbinden, ein inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten oder die Sicherheit von US-Bürgern dar, sobald diese Kisten irgendwas mit diesem Ausland zu tun haben, das sich irgendwo jenseits der US-Grenzen befindet. Der Ausländer hat schließlich nichts anderes im Sinn, als die Router-Lieferkette für Angriffe auf die US-Wirtschaft, die kritische Infrastruktur und die Verteidigung der USA zu nutzen. Zur Erinnerung: Wir reden hier über Endkunden-Router, die weder in US-amerikanischen Großunternehmen, kritischer Infrastruktur oder beim US-Militär genutzt werden. Sollte das anders sein, hätten die Vereinigten Staaten von Amerika ein ganz anderes Problem!

Ausnahmen sind zwar möglich, erfordern aber eine Prüfung durch das Kriegsministerium (Department of War, DoW) oder das Heimatschutzministerium (Homeland Security, DHS). Router-Hersteller sollen sich an die beiden Ministerien wenden, um sich bestätigen zu lassen, dass ihre Geräte keine inakzeptablen Risiken darstellen. Nochmal zur Erinnerung: Es geht um Endkunden-Router! Und Endkunden-Produkte sind für Endkunden auch deshalb bezahlbar, da sie nicht auf militärische Anforderungen ausgelegt sind. Nicht jeder private US-Haushalt hat ein Budget wie das US-Kriegsministerium. Das ist auch ein Grund dafür, dass nicht alle paar Monate Privathaushaltssperren drohen, wobei das kreative Schuldenmanagement auch in der US-Bevölkerung eine weite Verbreitung hat. Pessimisten dürfen nun vermuten, dass für eine erfolgreiche Zertifizierung Hintertüren für die US-Behörden einzubauen sind. Eventuell könnte aber auch eine goldene Gehäusefarbe oder ein großes Abbild des beliebten US-Führers Trump für eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausreichen. Wie gesagt: Das sind nur Vermutungen!

Hier die Eckpunkte der neuen Regelung im Original samt einer deutschen Übersetzung in den runden Klammern:

  • New devices on the Covered List, such as foreign-made consumer-grade routers, are prohibited from receiving FCC authorization and are therefore prohibited from being imported for use or sale in the U.S.
    (Neue Geräte auf der Liste der betroffenen Geräte, wie z. B. ausländische Router für Endverbraucher, erhalten keine FCC-Zulassung und dürfen daher nicht in die USA importiert oder dort verkauft werden.)
  • This update to the Covered List does not prohibit the import, sale, or use of any existing device models the FCC previously authorized.
    (Diese Aktualisierung der Liste der betroffenen Geräte verbietet weder den Import noch den Verkauf oder die Verwendung bereits von der FCC zugelassener Gerätemodelle.)
  • This action does not affect any previously-purchased consumer-grade routers. Consumers can continue to use any router they have already lawfully purchased or acquired.
    (Diese Maßnahme betrifft keine bereits erworbenen Router für Endverbraucher. Verbraucher können alle Router, die sie rechtmäßig erworben haben, weiterhin verwenden.)

Was man nun genau unter ausländisch zu verstehen hat, erklärt die FCC in den zugehörigen FAQs:

  • The National Security Determination states that production generally includes any major stage of the process through which the device is made including manufacturing, assembly, design, and development.
    (Die nationale Sicherheitsbestimmung besagt, dass die Produktion im Allgemeinen jede wichtige Phase des Herstellungsprozesses des Geräts umfasst, einschließlich Fertigung, Montage, Konstruktion und Entwicklung.)
  • Non-covered devices do not become covered simply because they contain a covered component part, unless the covered component part is a modular transmitter under the FCC's rules.
    (Geräte, die nicht unter die FCC-Bestimmungen fallen, sind nicht automatisch dadurch betroffen, dass sie ein betroffenes Bauteil enthalten, es sei denn, bei dem betroffenen Bauteil handelt es sich um einen modularen Sender gemäß den FCC-Vorschriften.)
  • Therefore, a router produced in the United States is not considered covered equipment solely because it contains one or more foreign-made components.
    (Ein in den Vereinigten Staaten hergestellter Router gilt daher nicht allein deshalb als betroffenes Gerät, weil er eine oder mehrere im Ausland hergestellte Komponenten enthält.)

Während Fertigung, Montage, Konstruktion und Entwicklung in den USA stattzufinden haben, dürfen ausländische Bauteile eingesetzt werden, solange es sich nicht um modulare Sender gemäß den FCC-Vorschriften handelt. Kondensatoren, Widerstände und andere elektrische Bauteile dürfen also weiterhin billig in Fernost zugekauft werden.

Doch was ist mit Updates für bereits verkaufte Router? Hierfür gibt es eine zeitlich begrenzte Ausnahmeregelung:

  • All routers authorized for use in the United States may continue to receive software and firmware updates that mitigate harm to U.S. consumers at least until March 1, 2027.
    (Alle in den Vereinigten Staaten zur Verwendung zugelassenen Router dürfen weiterhin, zumindest bis zum 1. März 2027, Software- und Firmware-Updates erhalten, die Schäden für US-Verbraucher minimieren.)
  • These include all software and firmware updates to ensure the continued functionality of the devices, such as those that patch vulnerabilities and facilitate compatibility with different operating systems.
    (Dies umfasst sämtliche Software- und Firmware-Updates, die die fortlaufende Funktionsfähigkeit der Geräte gewährleisten sollen, wie beispielsweise solche, die Sicherheitslücken schließen und die Kompatibilität mit verschiedenen Betriebssystemen ermöglichen.)

Sicherheitskorrekturen und Kompatibilitätsanpassungen sind somit bis zum 1. März 2027 erlaubt, doch neue Funktionen umfasst die Ausnahmeregelung nicht. Letztendlich lautet die Botschaft: US-Amerikaner kaufen US-amerikanische Router! Nur dass es diese Router nicht gibt. Es gibt nur das übliche Trump-Chaos.

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